Syrien: Assad ist tot - DER SPIEGEL
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Syrien Assad ist tot

Der syrische Präsident Hafis el Assad ist im Alter von 69 Jahren gestorben. Über den Gesundheitszustand Assads war in den letzten Jahren viel spekuliert worden. In syrischen Kreisen hieß es, Sohn Baschar werde seine Nachfolge antreten.
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Damaskus - Einzelheiten über seinen Tod sind bislang nicht bekannt. Assad litt an Herzproblemen und Diabetes. Assads Tod fällt in eine kritische Zeit des Nahost-Friedensprozesses. In einer Woche war zudem ein wichtiger Kongress der regierenden syrischen Baath-Partei geplant. Es wurde erwartet, dass sein Sohn Baschar auf dem Kongress in den Führungszirkel der Partei gewählt wird. Der Präsident des syrischen Parlaments, Abdul Kader Kadura, ersuchte die Kammer kurz nach der offiziellen Bekanntgabe von Assads Tod, das in der Verfassung geforderte Mindestalter von 40 Jahren für das Präsidentenamt auf 34 Jahre herab zu setzen, damit der 34-jährige Baschar Staatschef werden kann.

Die Nachricht vom Tode Assads fiel in eine Tagung des syrischen Parlaments. Viele Abgeordnete brachen in Tränen aus. Der US-Fernsehsender CNN berichtete, das US-Präsidialamt in Washington sei bereits über den Tod Assads informiert worden.

Der am 6. Oktober 1930 geborene Assad wurde im Herbst 1970 nach einem Staatsstreich Ministerpräsident Syriens und im Februar 1971 Staatschef und Oberbefehlshaber der Streitkräfte.

Assad war in den letzten Monaten ganz offenbar bemüht, seinen Sohn Baschar, 34, zum Nachfolger aufzubauen. Im November schickte er ihn zum ersten Mal auf diplomatische Mission nach Frankreich. In seinem Auftrag sprach al-Assad junior mit Frankreichs Präsident Jacques Chirac. Noch fordert Syrien von Israel den Truppenabzug von den 1967 besetzten Golanhöhen, den Israel als Vorbedingung für Friedensgespräche jedoch ablehnt. Vor seinem Paris-Besuch hatte Baschar Assad zudem mehrere Reisen nach Saudi-Arabien und Jordanien unternommen. Seitdem duzt er sich mit dem fast gleichaltrigen jungen jordanischen König Abdullah, der seit dem Tod seines Vaters im Februar im Amt ist. Im eigenen Land genießt der in Großbritannien ausgebildete Augenarzt Assad verbreitetes Ansehen, nachdem er sich in einem Korruptionsskandal gegen die mächtige Armee und den Geheimdienst durchsetzen konnte.