Syrien Demonstranten werfen Polizei Folter vor
Nikosia - Hunderte Menschen wurden bei regierungskritischen Protesten in der syrischen Hafenstadt Banjas und anderen Orten in den vergangenen Tagen festgenommen. Nun ist ein Teil der Männer und Jugendlichen wieder in Freiheit - und einige erheben schwere Vorwürfe. Sie geben an, gefoltert worden zu sein, erklärte die Organisation Syrischer Menschenrechtsbeobachter.
Andere hätten gesagt, sie hätten an den Demonstrationen der vergangenen Wochen gar nicht teilgenommen und sich auch sonst nicht politisch engagiert. Dennoch seien sie ohne Angabe von Gründen festgenommen und schwer misshandelt worden. Die Organisation erklärte am Donnerstag, sie habe Fotos und andere Beweise für die Foltervorwürfe.
Das 280 Kilometer nordwestlich von Damaskus gelegene Banjas ist seit Sonntag von der Armee umstellt, nachdem es dort am Wochenende tödliche Zusammenstöße zwischen Sicherheitskräften, Anhängern und Gegnern von Syriens Staatschef Baschar al-Assad gegeben hatte.
Assad, der die Macht nach dem Tod seines Vaters Hafis al-Assad 2000 übernommen hatte, empfängt inzwischen fast täglich Delegationen aus den Provinzen, in denen es in den vergangenen Tagen Proteste gegeben hatte. Jüngst hatte es Demonstrationen an mehreren Universitäten gegeben. Die Inhaftierten von Banjas wurden am Mittwochabend wieder freigelassen, nachdem Tausende von Frauen aus Banjas und mehreren umliegenden Dörfern gegen ihre Festnahme protestiert hatten.
Ein libanesischer Parlamentsabgeordneter hatte am Mittwoch Vorwürfe der syrischen Behörden zurückgewiesen, wonach er Syrern Geld gegeben haben soll, damit sie in ihrer Heimat Unruhe stiften. Im staatlichen syrischen Fernsehen waren "Geständnisse" mutmaßlicher "Unruhestifter" ausgestrahlt worden. Diese hatten behauptet, der Abgeordnete Dschamal al-Dscharah habe sie bezahlt.