Damaskus Aktivisten berichten von Kämpfen in Militärhauptquartier
Damaskus - Die syrische Hauptstadt Damaskus ist am Mittwoch von zwei schweren Explosionen erschüttert worden. Die Detonationen ereigneten sich laut einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur Sana in der Nähe der Hauptquartiere von Heer und Luftwaffe. Einer der Sprengsätze sei möglicherweise innerhalb des Geländes der Heereszentrale platziert worden, sagte Informationsminister Omran al-Subi. Offenbar gab es bei der Tat mindestens einen Toten. Der englischsprachige Fernsehsender Iranian Press TV berichtete, einer ihrer Korrespondenten, der 33-jährige Syrer Maja Nasser, sei ums Leben gekommen.
Zudem erlitt der libanesische Bürochef des arabischsprachigen iranischen Fernsehsenders Al-Alam Schussverletzungen, wie Press TV und Al-Alam berichteten.
Die Explosionen waren noch in weit entfernten Vierteln zu hören. Ein Augenzeuge sagte, zwischen den beiden Detonationen seien etwa 15 Minuten vergangen. Anschließend waren Schusswechsel zu hören, was zu Gerüchten über einen möglichen Putschversuch innerhalb des Militärs führte. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte in London berichtete am späten Vormittag von heftigen Kämpfen im Inneren des syrischen Generalstabsgebäudes. Es habe auf beiden Seiten Tote gegeben, hieß es.
Augenzeugen berichteten, das Gebäude stehe in Flammen. Über der Innenstadt stieg schwarzer Rauch auf, und Rettungswagen fuhren vor. Die Polizei sperrte das Gebiet rund um den zentralen Umajjaden-Platz ab.
Am Vortag hatten Rebellen einen Anschlag auf eine angebliche Milizenzentrale in Damaskus verübt. Nach Informationen der Organisation Syrischer Menschenrechtsbeobachter wurden landesweit 240 Menschen getötet.
Die Revolutionskomitees berichteten, Regierungstruppen und die Schabiha-Miliz hätten im Damaszener Viertel Assali am Mittwoch mehrere Häuser mutmaßlicher Regimegegner angezündet. Die Gegner von Präsident Baschar al-Assad gehen davon aus, dass seit Beginn ihres Aufstands im März vergangenen Jahres 30.000 Menschen getötet wurden.