Syrien Regierung und Rebellen verlängern Feuerpause in Homs
Evakuierung von Homs: Weitere Zivilisten konnten die belagerte Stadt verlassen
Foto: AP/dpaBeirut - Rebellen und Regierungstruppen im syrischen Homs haben sich nach Uno-Angaben auf eine Verlängerung der Kampfpause geeinigt. So sollen weitere in der umkämpften Stadt eingeschlossene Zivilisten gerettet werden. Die Waffen sollen bis Mittwochabend schweigen, wie die Uno-Nothilfekoordinatorin Valerie Amos am Montag in New York mitteilte. "Ich hoffe, das wird uns ermöglichen, weitere Zivilisten in Sicherheit zu bringen und zusätzliche Hilfsmittel zu liefern." Die Kampfpause sollte eigentlich am Sonntagabend enden.
Auch am Montag konnten etwa 300 Menschen Homs verlassen, wie die Organisation Roter Halbmond mitteilte. Damit erhöhte sich die Gesamtzahl seit vergangenem Freitag auf mehr als tausend. Die Bewohner des von Rebellen kontrollierten Gebietes hatten mehr als ein Jahr auf Hilfe gewartet.
Amos nannte es aber "vollkommen inakzeptabel", dass einige Hilfskonvois trotz der geltenden Feuerpause unter Beschuss geratenseien. Regierung und Rebellen beschuldigten sich gegenseitig des Angriffs.
Die Uno-Nothilfekoordinatorin rief die Konfliktparteien auf, sich bei ihren Verhandlungen in Genf auf "langfristige Hilfen" für die rund 250.000 Zivilisten zu verständigen, die in belagerten Städten in Syrien eingeschlossen seien.
Frankreich will Uno-Resolution für Eingeschlossene
Frankreich will gemeinsam mit anderen Ländern eine Resolution im Uno-Sicherheitsrat vorlegen, die den Zugang von Hilfslieferungen für die Zivilbevölkerung in umkämpften syrischen Städten fordern soll. Es sei "absolut skandalös", dass über entsprechende Maßnahmen schon lange diskutiert werde, die Bevölkerung aber weiter hungere, sagte der französische Außenminister Laurent Fabius dem Sender RTL. "Deshalb werden wir gemeinsam mit anderen Ländern eine entsprechende Resolution einbringen."
Auch Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) forderte Fortschritte bei der neuen Syrien-Gesprächsrunde in Genf. Vereinbarungen "über lokale Waffenstillstände und humanitären Zugang insbesondere zu umkämpften Orten in Syrien" müssten erreicht werden, sagte Steinmeier am Montag in Brüssel am Rande eines Treffens der EU-Außenminister.
Die zweite Runde der Gespräche in Genf wurde am Montag aufgenommen. Der internationale Syrien-Gesandte Lakhdar Brahimi empfing Vertreter der syrischen Regierung und Opposition zu getrennten Gesprächen, sie zeigen sich weiter unversöhnlich. Die erste Gesprächsrunde war am 31. Januar ohne greifbare Ergebnisse zu Ende gegangen. Gesucht wird nach einer politischen Lösung für eine Beendigung des syrischen Bürgerkriegs, in dem seit März 2011 schätzungsweise mehr als 130.000 Menschen getötet wurden.