Syrien: Rebellen beschießen Damaskus - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Vor Besuch aus Iran Syrische Rebellen beschießen Damaskus

Kurz vor dem Besuch des iranischen Außenministers haben syrische Rebellen die Hauptstadt beschossen: Dutzende Raketen sind in das Zentrum von Damaskus eingeschlagen, mindestens ein Mensch wurde getötet.
Zerstörung in Jobar nahe Damaskus (Archivbild): Erneuter Raketenbeschuss
Zerstörung in Jobar nahe Damaskus (Archivbild): Erneuter Raketenbeschuss

Zerstörung in Jobar nahe Damaskus (Archivbild): Erneuter Raketenbeschuss

Foto: BASSAM KHABIEH/ REUTERS
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Rebellen haben das Zentrum der syrischen Hauptstadt Damaskus mit Dutzenden Raketen beschossen. Dabei seien mindestens ein Mensch getötet und über 20 verletzt worden, berichtetet die oppositionsnahe Syrische Beobachterstelle für Menschenrechte. Iranischen Medienberichten zufolge sollte Außenminister Mohammed Dschawad Sarif am Mittwoch in die Stadt reisen. Dort wollte er einen neuen Plan zur Beilegung des Bürgerkrieges beraten.

Die Beobachtungsstelle stützt sich auf ein Netzwerk von Ärzten und Aktivisten in Syrien. Für Medien sind die Angaben kaum zu überprüfen, sie haben sich in der Vergangenheit jedoch als zuverlässig herausgestellt.

Iran und Russland sind die verbliebenen Verbündeten von Präsident Baschar al-Assad. Der Krieg mit unterschiedlichen Rebellengruppen in dem Krisenland dauert seit vier Jahren an. Die Rebellen haben Damaskus seit mehreren Wochen im Visier, der zweistündige Raketenbeschuss am Mittwoch war jedoch besonders heftig.

Erst kurz zuvor hatten sich islamistische Aufständische und regierungstreue Truppen nach Angaben der Beobachterstelle auf eine Feuerpause verständigt. Sie gilt bereits und soll insgesamt 48 Stunden lang andauern. Berichte von al-Manar, dem TV-Sender der Hisbollah, bestätigen die Nachricht.

Demnach gilt die Waffenruhe für die Stadt Sabadani und die Ortschaften Fuaa und Kafraja. Sabadani ist in der Hand der Aufständischen und liegt etwa 45 Kilometer nordwestlich von Damaskus. Verhandelt haben die mächtige Islamistengruppe Ahrar al-Scham und örtliche Rebellen sowie die Schiitenmiliz Hisbollah, die den syrischen Staatschef Assad unterstützt. Wie die Beobachtungsstelle berichtet, verhandeln die beiden Konfliktlager derzeit über einen Rückzug der Rebellen aus den Städten.

Karte Syrien (Stand: 07.08.2015)

Karte Syrien (Stand: 07.08.2015)

Foto: SPIEGEL ONLINE
vek/Reuters/AP