Syrien: Regime und Rebellen attackieren Libanon - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Syrien Regime und Rebellen beschießen Ziele im Libanon

Im Libanon sind Raketen aus Syrien eingeschlagen. Sowohl die syrische Luftwaffe als auch Rebellen sollen dafür verantwortlich sein. Die Kämpfe eskalieren, seit die syrische Armee und die Hisbollah neue Offensiven gestartet haben.
Uno-Patrouille an der syrisch-libanesischen Grenze: Die Kämpfe eskalieren
Uno-Patrouille an der syrisch-libanesischen Grenze: Die Kämpfe eskalieren

Uno-Patrouille an der syrisch-libanesischen Grenze: Die Kämpfe eskalieren

Foto: AMMAR AWAD/ REUTERS
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Beirut - Die syrische Luftwaffe und auch die Rebellen haben am Freitag Ziele im Libanon mit Raketen beschossen. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen wurden das schiitische Dorf Birtal und ein Gebiet in der Nähe der von Sunniten bewohnten Ortschaft Arsal getroffen. Über mögliche Opfer wurde zunächst nichts bekannt.

Die Kämpfe im Grenzgebiet eskalieren seit einiger Zeit. Hintergrund ist nach Einschätzung von Beobachtern eine Offensive der syrischen Armee und der libanesischen Schiiten-Miliz Hisbollah in der grenznahen syrischen Stadt Jabrud. Brital ist eine Hochburg der Hisbollah. In Arsal haben viele Rebellen und Flüchtlinge aus Syrien Unterschlupf gefunden.

Die staatliche libanesische Nachrichtenagentur NNA meldete unterdessen, Kämpfer der Nusra-Front hätten in der Nähe von Arsal zwei Syrer "hingerichtet", weil diese zu den Unterstützern des Regimes von Präsident Baschar al-Assad gehörten. Die Nusra-Front hat Beziehungen zum Terrornetzwerk al-Qaida und kämpft in Syrien gegen das Regime. Sie hatte zuletzt mit Attacken auf Schiiten im Libanon gedroht, falls die Hisbollah ihre Milizionäre nicht aus Syrien abziehen sollte.

Brahimi setzt weiter auf Verhandlungen

Syrien-Vermittler Lakhdar Brahimi klammert sich weiter an die Hoffnung auf eine politische Lösung des blutigen Konflikts - trotz aller bisher erfolglosen Friedensgespräche. "Das syrische Problem kann man lösen", sagte Brahimi am Donnerstagabend in Berlin bei einer Veranstaltung der Grünen-Fraktion im Bundestag zusammen mit Ex-Außenminister Joschka Fischer. "Es gibt keine Alternative", sagte Brahimi. Er werde an diesem Sonntag Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon treffen, um Chancen für eine weitere Runde der Friedensgespräche auszuloten, sagte Brahimi.

Nach Angaben von Aktivisten hat der syrische Bürgerkrieg seit Ausbruch der Kämpfe im März 2011 mehr als 130.000 Menschen das Leben gekostet und Millionen in die Flucht getrieben.

ler/dpa