Newsblog Das war der erste Tag der Uno-Generaldebatte
Die Flüchtlingskrise war eines der zentralen Themen am ersten Tag der Uno-Vollversammlung in New York. Wie haben sich Ban Ki Moon, Barack Obama oder Hassan Rohani dazu geäußert? Die Höhepunkte zum Nachlesen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?
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Anna-Lena Roth
Liebe Leser, unser Newsblog endet an dieser Stelle. Wir werden Sie aber weiterhin mit allen Nachrichten rund um die Uno-Vollversammlung auf dem Laufenden halten - in Kürze folgt eine Analyse unserer US-Korrespondenten zum Gespräch zwischen Barack Obama und Wladimir Putin.
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Kevin Hagen
Mehrere Stunden dauert mittlerweile die Versammlung der Vereinten Nationen in New York. Hier ein Überblick über die wichtigsten Aussagen:
Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon sagte zur Flüchtlingskrise: "Ich dränge Europa, mehr zu tun." Vor allem im Syrienkonflikt hätten "vier Jahre diplomatische Lähmung" dazu geführt, dass die Krise außer Kontrolle geraten sei.
US-Präsdient Barack Obama nannte den syrischen Machthaber Baschar al-Assad einen "Tyrannen". "Ist es sinnvoll, mit Assad zusammenzuarbeiten, der Fassbomben auf seine Bevölkerung wirft?", fragte er.
Chinas Staatschef Xi Jingping sorgte mit überraschenden Worten für Aufsehen: Menschenrechte sollten beachtet werden, sagte er.
Der russische Präsident Wladimir Putin verteidigte seine Zusammenarbeit mit Syriens Diktator Assad. "Niemand anderes als Assad und seine Streitkräfte kämpfen wirklich gegen den 'Islamischen Staat'", sagte er.
Jordaniens König Abdullah II. nannte die Krise im Nahen Osten "einen dritten Weltkrieg“.
Irans Präsident Hassan Rohani sprach angesichts des mit den Uno-Vetomächten und Deutschland ausgehandelte Atomabkommens von einem Sieg über den Krieg.
Frankreichs Präsident Francois Hollande sagte, es könne keine Lösung mit Assad geben, der syrische Diktator müsse auf die Macht verzichten.
Kubas Präsident Raúl Castro forderte Europa auf, Verantwortung für die Flüchtlingskrise im Nahen Osten und in Afrika zu übernehmen: Die EU habe sie selbst mit ausgelöst.
Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon sagte zur Flüchtlingskrise: "Ich dränge Europa, mehr zu tun." Vor allem im Syrienkonflikt hätten "vier Jahre diplomatische Lähmung" dazu geführt, dass die Krise außer Kontrolle geraten sei.
US-Präsdient Barack Obama nannte den syrischen Machthaber Baschar al-Assad einen "Tyrannen". "Ist es sinnvoll, mit Assad zusammenzuarbeiten, der Fassbomben auf seine Bevölkerung wirft?", fragte er.
Chinas Staatschef Xi Jingping sorgte mit überraschenden Worten für Aufsehen: Menschenrechte sollten beachtet werden, sagte er.
Der russische Präsident Wladimir Putin verteidigte seine Zusammenarbeit mit Syriens Diktator Assad. "Niemand anderes als Assad und seine Streitkräfte kämpfen wirklich gegen den 'Islamischen Staat'", sagte er.
Jordaniens König Abdullah II. nannte die Krise im Nahen Osten "einen dritten Weltkrieg“.
Irans Präsident Hassan Rohani sprach angesichts des mit den Uno-Vetomächten und Deutschland ausgehandelte Atomabkommens von einem Sieg über den Krieg.
Frankreichs Präsident Francois Hollande sagte, es könne keine Lösung mit Assad geben, der syrische Diktator müsse auf die Macht verzichten.
Kubas Präsident Raúl Castro forderte Europa auf, Verantwortung für die Flüchtlingskrise im Nahen Osten und in Afrika zu übernehmen: Die EU habe sie selbst mit ausgelöst.
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Anna-Lena Roth
Barack Obama und Wladimir Putin haben sich zu ihrem ersten persönlichen Gespräch seit mehr als zwei Jahren getroffen. Einzelheiten sind noch nicht bekannt - dafür zeigt eine Debatte um das Klirren von Gläsern, wie genau das Treffend er beiden beäugt wird. Beim Mittagessen trafen die beiden Präsidenten aufeinander, nach einem Toast wurde angestoßen. Aber berührten sich dabei wirklich ihre Gläser? Erst hieß es Ja, dann Nein. Nach Veröffentlichung einiger Fotos des Events lautet der aktuelle Stand: Ja, es klirrte.
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Anna-Lena Roth
Nicht Barack Obama oder Wladimir Putin, nicht Ban Ki Moon oder François Hollande haben am ersten Tag der Uno-Vollversammlung den meisten Applaus bekommen - sondern Kubas Präsident Raúl Castro. Mehr als zwei Minuten lang applaudierten die Delegierten für den 84-Jährigen. Allerdings war die Kammer bei Castros Rede halbleer, und der Applaus kam vor allem von südamerikanischen Vertretern.
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Oliver Trenkamp
Kubas Präsident Raúl Castro hat Europa für die Flüchtlingskrise im Nahen Osten und in Afrika verantwortlich gemacht. "Die EU muss die sofortige und komplette Verantwortung an der Krise übernehmen, die sie selbst mit ausgelöst hat", sagte Castro. "Die Flüchtlinge sind ein direktes Resultat der Destabilisierung im Nahen Osten und Nordafrika durch die Nato und andere Staaten."
Ja, normale Beziehungen zu den USA seien möglich, sagte Castro außerdem - aber nur, wenn die Vereinigten Staaten das Embargo gegen seinen Staat beenden würden. Außerdem müssten die USA ihre Militärbasis auf Guantanamo schließen.
Ja, normale Beziehungen zu den USA seien möglich, sagte Castro außerdem - aber nur, wenn die Vereinigten Staaten das Embargo gegen seinen Staat beenden würden. Außerdem müssten die USA ihre Militärbasis auf Guantanamo schließen.
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Oliver Trenkamp
Mehr Truppen für den Frieden: Deutschland und mehr als 50 weitere Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen wollen künftig rund 30.000 zusätzliche Blauhelmsoldaten und Polizisten stellen. Das verkündete US-Präsident Barack Obama bei einem Treffen am Rande der Uno-Vollversammlung.
Die USA würden weiter größter Beitragszahler für Blauhelmmissionen bleiben und doppelt so viele Soldaten wie bislang entsenden, versprach Obama. Er forderte, dass noch mehr Mitgliedsstaaten noch mehr Soldaten, Polizisten, ziviles Personal und logistische und materielle Unterstützung beitragen müssten.
Insgesamt sind nach Uno-Angaben derzeit rund 125.000 Blauhelmsoldaten, Polizisten und ziviles Personal aus mehr als 120 Ländern weltweit bei Uno-Missionen im Einsatz. Die USA stellen derzeit 82. Deutschland beteiligt sich an neun Uno-Missionen und stellt rund 170 Polizisten, Soldaten und Militär-Experten. Zu den Ländern, die die meisten Blauhelme beisteuern, gehören unter anderem Ruanda mit rund 5600, Pakistan mit rund 7500, Äthiopien mit rund 8300 und Bangladesch mit rund 9400.
Die USA würden weiter größter Beitragszahler für Blauhelmmissionen bleiben und doppelt so viele Soldaten wie bislang entsenden, versprach Obama. Er forderte, dass noch mehr Mitgliedsstaaten noch mehr Soldaten, Polizisten, ziviles Personal und logistische und materielle Unterstützung beitragen müssten.
Insgesamt sind nach Uno-Angaben derzeit rund 125.000 Blauhelmsoldaten, Polizisten und ziviles Personal aus mehr als 120 Ländern weltweit bei Uno-Missionen im Einsatz. Die USA stellen derzeit 82. Deutschland beteiligt sich an neun Uno-Missionen und stellt rund 170 Polizisten, Soldaten und Militär-Experten. Zu den Ländern, die die meisten Blauhelme beisteuern, gehören unter anderem Ruanda mit rund 5600, Pakistan mit rund 7500, Äthiopien mit rund 8300 und Bangladesch mit rund 9400.
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Oliver Trenkamp
François Hollande hat vor einen "groß angelegten Plan" zur Bewältigung der Flüchtlingskrise gefordert. "Um zu verhindern, dass sich solche Tragödien, wie die, die wir bereits gesehen haben, wiederholen, müssen wir handeln", sagte er. Sowohl die syrischen Nachbarländer Libanon, Jordanien und Türkei als auch die zuständigen Uno-Agenturen müssten mehr Geld bekommen. Auch Frankreich werde seine Zuwendungen erhöhen.
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Kevin Hagen
Frankreichs Präsident Hollande. (Foto: dpa)
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Kevin Hagen
Frankreichs Staatschef François Hollande hat das Wort. Bereits vor seiner Rede hatte er nach Angaben der Nachrichten-Agentur Reuters vor Journalisten gesagt, dass Frankreich zur Zusammenarbeit mit Russland und Iran bereit sei - jedoch nicht mit Syriens Diktator Assad.
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Kevin Hagen
Nach der Massenpanik während der muslimischen Wallfahrt in Mekka mit mehr als 700 Toten macht Rohani den Behörden Saudi-Arabiens schwere Vorwürfe. "Wir trauern um Hunderte Muslime. Sie wurden Opfer der Inkompetenz und des schlechten Managements der Behörden am Ort", sagte er.
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Kevin Hagen
Das mit den Uno-Vetomächten und Deutschland ausgehandelte Atomabkommen sei ein Sieg über den Krieg, sagt Rohani. Es sollte helfen, Frieden und Stabilität im Nahen Osten aufzubauen.
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Kevin Hagen
Der einzige Weg, um Terrorismus zu bekämpfen, sei, dessen soziale und wirtschaftlichen Ursachen zu beseitigen.
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Kevin Hagen
Rohani sagt, Iran sei bereit, zu helfen, Demokratie nach Syrien und Jemen zu bringen. Er fordert Wahlen statt Waffen.
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BoeckingD
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Haaretz.com
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Vera Kämper
Als nächster Redner spricht Hassan Rohani, der iranische Präsident.
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Vera Kämper
Mit Blick auf die Trennung Koreas, die seit dem Krieg 1950 bis 1953 besteht, sagt Park: "Die zwei Koreas haben am 25. August konkrete Schritte aufeinander zu beschlossen", sagt die südkoreanische Präsidentin. "Ich hoffe, wir können unsere gemeinsame Identität in Zukunft wieder erlangen."
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Vera Kämper
"Die Republik Südkorea will mit den Vereinten Nationen zusammenarbeiten, um die Menschen in Nordkorea zu unterstützen", sagt Park Geun Hye. Ihre Vorbedingung: Das Ende von nuklearer Aufrüstung in dem Nachbarstaat. (Foto: dpa)
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Vera Kämper
Die Themenwahl der Sprecher ist sehr unterschiedlich: Während Obama, Putin und König Abdullah II. vor allem über die Konfliktherde der Welt sprachen, lobt Südkoreas Präsidentin gerade die Fortschritte beim Thema Klimawandel.
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Vera Kämper
Das Hashtag für die Versammlung #UNGA hat es übrigens noch nicht in die deutschen "Trending Topics" geschafft. Die Deutschen twittern eher über die Demonstration von "Die Partei" oder über die Plagiatsvorwürfe gegen Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen.
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Vera Kämper
Nun spricht Park Geun Hye, Staatschefin in Südkorea.
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Vera Kämper
Und das war es dann auch schon mit der historischen und mit Anspannung erwarteten Rede des russischen Präsidenten Wladimir Putin.
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Vera Kämper
Mit Blick auf den Klimawandel sagt Putin: "Natürlich können wir Quoten aufsetzen. Aber damit werden wir das Problem nicht lösen." (Foto: Reuters)
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Vera Kämper
Putin schlägt nun auch vor der Uno-Generalversammlung eine gemeinsame Runde vor, um alle Fragen zum Kampf gegen den IS zu diskutieren. Die könne nach dem Modell der Anti-Hitler-Koalition im Zweiten Weltkrieg funktionieren. „Wir hoffen, dass die Vereinten Nationen einen gemeinsamen Plan erarbeiten können, um die Krise zu lösen.“ Außerdem sagte er, es ein großer Fehler, nicht mit der syrischen Regierung zu kooperieren. Der russische Präsident sagt, lediglich Assads Truppen und die kurdischen Einheiten kämpften tapfer gegen die Terroristen in Syrien. Er sprach von einer “neuen großen tragischen Flüchtlingskrise. Flüchtlinge brauchen unser Mitgefühl und unseres Unterstützung".
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Vera Kämper
Mit Blick auf die wachsende Macht der Terrormiliz „Islamischer Staat“ sagt Putin: „Es ist offensichtlich, dass das Machtvakuum im Irak durch Extremisten und Terroristen gefüllt wurde.“ Der IS sei nicht auf einmal dagewesen. „Die Situation ist mehr als gefährlich.“ Es sei unverantwortlich, einzelne Konfliktparteien zu unterstützen, um eigene Ziele zu verfolgen. „Man weiß nie, wer wen manipuliert“, warnt der russische Präsident. „Wir können diesen Kriminellen – die einmal Blut geleckt haben – nicht erlauben, in unsere Länder zurückzukehren und dort weiterzumachen.“
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