Taliban: Bin Laden bleibt hier - DER SPIEGEL
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Taliban Bin Laden bleibt hier

Die Taliban wenden sich nun täglich an die Welt. Ihre Position bleibt unverändert.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Kabul - Nach Angaben des Taliban-Vertreters in Pakistan, Abdul Salam Saif, seien bei den Angriffen nicht ausschließlich militärische Ziele getroffen worden, sondern auch zivile Gebäude. Saif warnte die Vereinigten Staaten vor den Folgen der Angriffe. Solange durch die USA das Blut Unschuldiger vergossen werde, werde Amerika nicht sicher sein, sagte Saif. "Amerika ist unser Feind".

Die Taliban blieben auch angesichts der Bombenangriffe bei ihrer Entscheidung Osama Bin Laden nicht auszuliefern, sagte Saif. "Mullah Omar lebt und steht unter dem Schutz Gottes." Dasselbe gelte auch für Osama Bin Laden. Auf keinen Fall würden die Taliban Bin Laden ausliefern. "Das ist ein Traum der Amerikaner, der nicht wahr werden wird." Amerika habe bis heute keine Beweise für die Schuld Bin Ladens geliefert. Die Taliban hätten jegliche Einschränkungen gegenüber Bin Laden aufgehoben, es stehe ihm frei, einen "heiligen" Krieg gegen die USA zu führen.

Zum Verhältnis mit dem Nachbarn Pakistan befragt, der sie Taliban lange unterstütze, sagte Saif. "Nur Gott weiß, wie es in der Zukunft aussieht".

Saif äußerte sich auch zu den in Kabul inhaftierten Ausländern. Der Prozess gegen die inhaftierten Mitarbeiter der Hilfsorganisation gehe trotz der Bombenangriffe weiter. Über dessen Ausgang könne er aber nichts sagen, da die Justiz unabhängig arbeite. Der pakistanische Anwalt der Inhaftierten habe gestern ein Visa erhalten und befinde sich wohl auf dem Weg nach Kabul.

Saif bestätigte die Verhaftung eines französischen Journalisten. Es werde nun geprüft, ob er ein Spion oder wirklich nur ein Journalist sei.

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