Tausende demonstrieren in Kuwait - DER SPIEGEL
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Inhaftierter Oppositionsführer Tausende demonstrieren in Kuwait

Er sitzt seit mehreren Tagen im Gefängnis, Musallam al-Barrak wird Beleidigung des Emir vorgeworfen: In Kuwait haben Tausende Menschen für die Freilassung des Oppositionsführers demonstriert. Bei den Protesten kam es zu massiven Auseinandersetzungen mit der Polizei.
Protest in Kuwait: Anhänger von Oppositionschef Barrak
Protest in Kuwait: Anhänger von Oppositionschef Barrak

Protest in Kuwait: Anhänger von Oppositionschef Barrak

Foto: Stephanie Mcgehee / REUTERS
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Kuwait - Das Ziel ihres Marsches war das Gefängnis: In Kuwait sind am Mittwoch Tausende Menschen auf die Straße gegangen, um gegen die Inhaftierung von Oppositionsführer Musallam al-Barrak zu demonstrieren. Die Polizei setzte Augenzeugen zufolge Tränengas und Rauchbomben gegen die Menge ein.

Die Demonstranten verlangten die Freilassung von Barrak. Ihm wird nach Angaben seiner Anwälte vorgeworfen, den 83-jährigen Emir von Kuwait beleidigt zu haben. Am Montag war Barrak, ein früherer Abgeordneter, festgenommen und zum Zweck von Verhören für zehn Tage inhaftiert worden. Zwei Wochen zuvor hatte er auf einer Kundgebung der Opposition den Emir, Scheich Sabbah al-Ahmed al-Sabbah, kritisiert und ihn aufgefordert, eine "autokratische Herrschaft" zu vermeiden.

Das Innenministerium erklärte, es habe im Zuge der Proteste mehrere Festnahmen gegeben. Sicherheitskräfte hätten Randalierer auseinandergetrieben, welche die Straßen blockiert und Polizisten mit Steinen und Flaschen beworfen hätten. Gegen weitere Demonstrationen würden die Sicherheitskräfte massiv vorgehen, drohte das Ministerium in einer von der staatlichen Nachrichtenagentur Kuna verbreiteten Stellungnahme.

Bereits am Dienstag hatte die Polizei rund 1500 Menschen daran gehindert, sich vor dem Justizpalast zu einer Solidaritätskundgebung für Barrak zu versammeln. Die Demonstrationen finden in einer ohnehin angespannten Lage statt. Vor der für 1. Dezember geplanten Parlamentswahl wurde das Wahlgesetz geändert. Die Opposition sieht darin den Versuch, den Kandidaten der Regierung einen Vorteil zu verschaffen, und boykottiert die Abstimmung.

In Kuwait gab es zwar keine Aufstände wie in anderen arabischen Ländern im vergangenen Jahr. Allerdings haben im Parlament die Spannungen zwischen der von der al-Sabbah-Familie dominierten Regierung und der Mehrheit der Opposition, die sich aus Islamisten und Stammesvertretern zusammensetzt, zugenommen.

hen/Reuters

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