Teheran Bin-Laden-Vertrauter stellt sich
Riad - Al Harbi habe sich am Dienstag in der Botschaft des Königreichs in Teheran gestellt, berichtet das saudiarabische Fernsehen. Anschließend sei er nach Saudi Arabien ausgeflogen worden. Der Sender zeigte Bilder, wie der im Rollstuhl sitzende Mann nach seiner Ankunft am Flughafen von Angehörigen in Empfang genommen wurde.
Chaled Al-Harbi, auch unter dem Decknamen Abu Suleiman al-Makki bekannt, nehme die vom Königshaus angebotene Amnestie für Extremisten in Anspruch, berichtete der Sender am Dienstag. Es handele sich bei al-Harbi "um einen Großen Fisch", sagte ein Sprecher der saudischen Behörden. "Er war einer der Saudis, die Bin Laden sehr nahe waren".
Seit dem Krieg gegen die sowjetischen Truppen in Afghanistan vor 20 Jahren hatte al-Harbi an der Seite von Osama bin Laden gekämpft. Er soll auch der Gesprächspartner gewesen gewesen sein, der auf einem Video neben dem al-Qaida-Chef zu sehen war. Auf diesem Videoband hatten beide Männer die Anschläge vom 11. September 2001 Heldentaten gelobt.
Al-Harbi sagte dem saudiarabischen Fernsehen, er sei" in Gehorsam gegenüber Gott und dem Königshaus" zurückgekehrt und setze auf die Anwendung der Amnestie. Kronprinz Abdullah hatte Ende Juni Anhänger und Sympathisanten von al-Qaida den Verzicht auf die Todesstrafe versprochen, wenn sie sich binnen eines Monats stellen. Eigentlich zielte die Amnestie auf kleine Mitläufer des Terror-Netzwerks. Für die Extremisten, die sich an wiederholten Anschlägen im Königreich beteiligt haben, soll hingegen das islamische Recht, die Scharia, voll zur Geltung kommen. Unklar ist auch, ob sich die Amnestie nur auf Straftaten bezieht, die innerhalb des saudischen Königreichs verübt wurden.
Dem Fernsehbericht zufolge kam al-Harbi über die afghanische Grenze nach Iran. Beim Eintreffen in der Botschaft in Teheran hatte er nach Angaben des saudiarabischen Innenministeriums keine Papiere bei sich. Diese seien ihm und seiner Familie dann "nach Koordinierung mit der iranischen Regierung" ausgestellt worden. Im Iran sollen sich mehrere Mitglieder des al-Qaida-Netzwerks aufhalten, deren Identität und Nationalität die iranischen Behörden jedoch bisher nicht bekannt geben.