Teheran: Iran blockiert Atomkontrolle - DER SPIEGEL
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Teheran Iran blockiert Atomkontrolle

Die Regierung in Teheran hat nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA weitere Kontrollen der umstrittenen Militäranlage Parchin verweigert. Die USA vermuten dort Teile des iranischen Atomprogramms.
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Teheran - Der Komplex von Parchin liegt südöstlich der Hauptstadt Teheran. Die Iraner behaupten, bei der Anlage dort handele es sich um eine militärische, nichtnukleare Anlage. Die Regierung in Washington geht dagegen davon aus, dass dort auch Teile des iranischen Atomprogramms sind.

Aus einem heute in Wien vorgelegten IAEA-Report geht hervor, dass die internationalen Experten Anfang Januar fünf Gebäude ihrer Wahl auf dem Gelände untersuchen durften. Dabei habe man keine verdächtige technische Ausrüstung entdeckt, sagte der für Sicherheit zuständige IAEO-Direktor Pierre Goldschmidt vor dem Gouverneursrat der Behörde.

Die Untersuchung der Anlage sei als vertrauensbildende Maßnahme Teherans erfolgt. Iran sei dazu nicht verpflichtet gewesen, hieß es aus IAEO-Kreisen. Die IAEO habe Kontakt mit Iran aufgenommen, um weitere Untersuchungen zu ermöglichen. Aber nun will die dortige Regierung der IAEO keine weiteren Untersuchungen in der militärischen Anlage Parchin mehr genehmigen.

Zuvor hatte Iran angekündigt, ungeachtet der weltweiten Kritik an seinem Atomprogramm den Ausbau der Kernenergie massiv vorantreiben und an der umstrittenen Urananreicherung festhalten zu wollen. Sein Land benötige "mindestens 20 Kernkraftwerke mit jeweils 1000 Megawatt Leistung", um seinen Energiebedarf für die Zukunft zudecken, sagte Außenminister Kamal Charrasi heute auf einer internationalen Konferenz am Persischen Golf. Dieser "unbestreitbare Bedarf von 20.000 Megawatt" rechtfertige auch die Bemühungen Teherans, den benötigten Brennstoff selbst zu produzieren.

Charrasi dämpfte damit europäische Hoffnungen, Iran über Verhandlungen und wirtschaftliche Zugeständnisse zum vollständigen Verzicht auf die umstrittene Urananreicherung bewegen zu können. Hochangereichertes Uran kann sowohl zum Bau von Kernkraftwerken als auch für Atombomben verwendet werden. Deutschland, Frankreich und Großbritannien werden in der kommenden Woche ihre Verhandlungen mit Teheran über verbesserte politische und Handelsbeziehungen fortsetzen. Russland hatte gestern angekündigt, nach der Fertigstellung des iranischen Kernkraftwerks Buschehr Mitte 2006 noch bis zu sechs weitere Atommeiler in dem Land bauen zu wollen.

Inzwischen betonte eine Sprecher des Weißen Hauses in Washington, US-Präsident George W. Bush habe noch nicht entschieden, ob und wie die US-Regierung ihre Politik im Atomstreit mit Iran ändern werde. Bushs Sprecher Scott McClellan bestätigte allerdings heute Berichte, wonach die US-Regierung Vorschläge der EU prüft, wie Iran die Aufgabe seines Atomprogramms erleichtert werden kann. Dazu gehören Wirtschaftsanreize wie die Aufgabe des US-Widerstands gegen einen Beitritt Teherans zur Welthandelsorganisation (WTO).

"Wir sind die ganze Zeit in engem Kontakt mit unseren europäischen Freunden gewesen", sagte McClellan. "Wir wollen, dass ihre Anstrengungen erfolgreich sind. Wir haben das gemeinsame Ziel, dass Iran seine Atomwaffenambitionen aufgibt." Zur Begründung der möglichen Kursänderung führte McClellan an, dass Iran in jüngster Zeit besser mit der IAEO in Wien zusammengearbeitet habe.