Terror-Fahndung Deutscher in Indonesien verhaftet
Jakarta - Wie die indonesische Polizei mitteilte, wird der Deutsche derzeit verhört. Der Name des Verdächtigen wurde allerdings nicht genannt. "Er ist arabischer Abstammung und deutscher Nationalität", sagte ein Polizeisprecher. Der Mann habe wegen Verstoßes gegen die Einreisebestimmungen in einem Internierungslager gesessen, und die Polizei sei zufällig auf ihn gestoßen. In seiner Wohnung fand die Polizei Pläne für Gewalttaten in Indonesien, über die zunächst keine Einzelheiten bekannt wurden.
Deutsche Behörden hatten am Mittwochabend keine Kenntnis von der Verhaftung. Im Auswärtigen Amt (AA) hieß es, der Fall werde geprüft, bisher seien aber keine Details bekannt. Auch beim Bundeskriminalamt (BKA) lagen am Mittwoch keine Erkenntnisse über die Festnahme vor.
Die indonesischen Ermittler vermuten eine Verbindung zwischen dem Deutschen und Omar el Faruk, einem Araber, der nach früheren Angaben aus Polizei- und Geheimdienstkreisen gestanden haben soll, Pläne für Anschläge auf US-Botschaften in Südostasien ausgearbeitet zu haben. Faruk wurde im Juni in Indonesien gefasst und umgehend in die USA ausgeliefert.
Faruk soll Mitglied der asiatischen Islamisten-Organisation Jemaah Islamiah gewesen sein, die nach Erkenntnissen der Polizei in Singapur Kontakte zu Osama Bin Ladens Terror-Netzwerk al-Qaida unterhält.
Aus Sicherheitsgründen blieben in Asien in der Zeit um den Jahrestag der Anschläge mehrere US-Botschaften geschlossen. Die US-Botschaft in Jakarta wurde erst am 16. September wieder geöffnet, und auch das nur unter strenger Bewachung.