Terror im Irak Basras blutiger Tag
Basra - Selbstmordattentäter zündeten die fünf Bomben vor Polizeieinrichtungen der südirakischen Region. Gouverneur Wail Abdul-Latif zufolge handelt es sich um drei Wachen und eine Polizeischule in der 25 Kilometer entfernt gelegenen Ortschaft Subair. Er machte das Terrornetzwerk al-Qaida für die Tat verantwortlich. Ein Mann sei festgenommen worden, der sich mit einer Polizeiuniform getarnt habe. Er werde verhört.
Es waren die blutigsten Anschläge in Basra seit Beginn der von den USA geführten Besatzung des Iraks. Die Stadt war von der Gewalt, wie sie sich in den vergangenen Wochen in Falludscha und Nadschaf zwischen Aufständischen und Besatzungstruppen ereignet hatte, weitgehend verschont gelieben.
Die Explosionen heute zur Hauptverkehrszeit lösten Panik und Chaos aus. Unter den mindestens 68 Toten sind 16 Polizisten und etliche Kinder, weil auch zwei Schulbusse von den Explosion zerstört wurden. Die genaue Zahl ist noch nicht bekannt, sie schwankt zwischen 5 und 17. Mehr als 200 Personen seien verletzt worden, 170 davon schwer, teilte der Gouverneur mit. Noch Schlimmeres konnte verhindert werden, weil die Polizei zwei weitere mit Sprengstoff beladene Wagen gestoppt hatte und ihre Fahrer festgenommen wurden, teilte Abdul-Latif mit.
Den Helfern boten sich grauenvolle Bilder. Sie zogen verbrannte und halb zerfetzte Leichen aus Fahrzeugwracks. Versuche britischer Soldaten, bei den Rettungsarbeiten zu helfen, wurden von protestierenden Irakern teilweise verhindert. Ein Verletzter berichtete nach dem Anschlag, er habe im Eingang seines Hauses gestanden, als die Bomben hochgingen. "Ich schaute mich um und sah mein Bein bluten. Mein Nachbar lag tot am Boden, in Stücke gerissen. Und ich sah einen Kleinbus voller Kinder, der brannte."
Großbritannien ist die führende Besatzungsmacht im Südirak. Rund 8700 britische Soldaten sind dort stationiert. Der britische Premierminister Tony Blair erklärte, der Terrorakt werde den Wiederaufbau des Landes nicht stoppen. "Die Mehrheit der irakischen Bevölkerung will einen stabilen und demokratischen Irak." Die Terroristen wollten dies verhindern.
Der irakische Innenminister Samir Schaker Mahmud al-Sumeidi erklärte, die Bluttat gleiche den Anschlägen auf schiitische Pilger in Kerbela und Kurden in Erbil im Nordirak, bei denen fast 300 Menschen getötet wurden. Auch da schlugen die Attentäter an mehreren Stellen gleichzeitig zu.
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Aber auch in anderen Orten im Irak hielt die Gewalt an. In Falludscha wurden bei einem vierstündigen Gefecht zwischen Aufständischen und US-Soldaten nach Angaben des US-Militärs neun Rebellen getötet. Trotz der am Montag von den Streitkräften angebotenen Waffenruhe hätten rund 40 Männer die Soldaten mit Granaten angegriffen, teilte ein US-Sprecher mit. Einem Aufruf von Lokalpolitikern an die Aufständischen, ihre Waffen abzugeben, sei bislang niemand gefolgt. Zur Strafe hätten die US-Truppen die Rückkehr von Flüchtlingen in die seit zwei Wochen belagerte Stadt gestoppt. Rund 600 Personen wurden abgewiesen.
In Bagdad schlugen wieder zwei Raketen ein, wobei ein Mensch getötet wurde. In Kirkuk erschossen irakische Sicherheitskräfte vier Bewaffnete und stellten drei Autobomben sicher.