Terror im Irak: Geiselnahmen im Stundentakt - DER SPIEGEL
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Terror im Irak Geiselnahmen im Stundentakt

Extremisten haben heute im Irak erneut mehrere Ausländer verschleppt und drohen mit deren Tod. Offenbar handelt es sich um drei verschiedene Geiselnahmen. Eine Gruppe hat insgesamt sieben Lastwagenfahrer in ihrer Hand. Eine andere einen Somalier. Nun heißt es, auch vier Jordanier seien gefangen genommen worden.
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Bagdad - Laut dem TV-Sender Dubai TV hat sich eine Gruppe dazu bekannt, vier im Irak arbeitende Jordanier gekidnappt zu haben. Die Entführer nennen sich "Todeskommando des irakischen Widerstands". Mit der Geiselnahme wollen die Extremisten den Arbeitgeber der Jordanier zwingen, die Zusammenarbeit mit den amerikanischen Truppen im Irak zu beenden. Andernfalls drohen sie mit "angemessenen Schritten". Dubai TV zeigte eine Video-Aufnahme der vier Männer, die ihre Ausweise in die Kamera halten.

Al-Dschasira strahlte heute ein Video aus, in dem die "Tawhid und Dschihad"-Gruppe, an deren Spitze der mutmaßliche jordanische Terroristenführer Abu Mussab al-Sarkawi steht, die Entführung eines somalischen Lastwagenfahrers verkündete. Der Nachrichtensprecher von al-Dschasira sagte, die Geiselnehmer hätten angekündigt, den Gefangenen nach Ablauf von 48 Stunden zu töten, sollte dessen kuweitischer Arbeitgeber seine Aktivitäten im Irak nicht einstellen.

Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet von einem weiteren Video. Darin sei von weiteren sieben Geiseln die Rede. Auf dem Band sei zu sehen, wie ein maskierter Mann einem Inder in oranger Kleidung mit einem M-16-Gewehr auf die Schläfe zielt. Insgesamt besteht die Gruppe der gefangenen Lkw-Fahrer aus drei Indern, drei Kenianern und einem Ägypter. Sollte sich niemand bei den Entführern melden, werde morgen einer der Männer sterben, heißt es. "Wir werden eine der Geiseln um 7 Uhr (17 Uhr MESZ) schlachten", sagt eine Stimme auf dem Band.

Die Fahrer arbeiten für die Kuwait and Gulf Link Transport company. Die Firma hat versichert, sie befinde sich in Gesprächen über die Freilassung der Geiseln, aber sie werde keine Forderungen nach einem Abzug aus dem Irak akzeptieren.

Zuvor hatten Extremisten im Irak bereits zwei weitere ausländische Geiseln getötet. Auf einem Video, das der Fernsehsender al-Dschasira gestern erhielt, gab eine Gruppe namens "Islamische Armee" die Ermordung von zwei Pakistanern bekannt. Deren irakischer Fahrer sei dagegen freigelassen worden, hieß es.

Die pakistanische Regierung bekräftigte trotz der Bluttat ihr Engagement für die Sicherheit und Unabhängigkeit des Iraks. "Diejenigen, die dieses Verbrechen verübt haben, haben dem Islam und der Menschheit großen Schaden zugefügt", erklärten der pakistanische Staatschef Pervez Musharraf und Ministerpräsident Chaudry Shujaat Hussain in einer gemeinsamen Stellungnahme.

Die Entführer der 29 und 49 Jahre alten Männer hatten erklärt, die beiden seien zum Tode verurteilt worden, weil Pakistan die Entsendung von Soldaten in den Irak erwäge. Auf dem Band, das al-Dschasira zugespielt wurde, waren nach Angaben des Senders die Leichen der Geiseln zu sehen. Die Aufnahmen wurden aber nicht ausgestrahlt.

Extremisten haben in den vergangenen Monaten im Irak mehr als 70 Ausländer verschleppt, zumeist Lastwagenfahrer, die Versorgungsgüter für die US-Streitkräfte oder deren Partner transportieren.

Bei einem Anschlag auf eine polnische Militärpatrouille kam heute ein Soldat ums Leben, sechs weitere wurden verletzt. Die Sprengfalle explodierte an einer Straße, die von Hilla nach Bagdad führt, wie das polnische Verteidigungsministerium mitteilte.

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