Terror im Irak TV-Moderatorin mit Kopfschuss getötet
Mossul - Raiedah Mohammed Wageh Wasan arbeitete für einen regionalen TV-Sender in der nordirakischen Stadt Mossul. Sie war am 20. Februar von Bewaffneten verschleppt worden. Ihr Mann Salim Saad-Allah teilte mit, es könne nicht einmal eine Trauerfeier für seine Frau geben, weil es weiterhin Drohungen der Kidnapper gebe.
Die Gründe für die Entführung und die Ermordung liegen nach wie vor im Dunkeln. Um die Geiselnehmer Wasans milde zu stimmen, strahlte ihr Sender in den vergangenen Tagen zahlreiche Interviews mit mutmaßlichen Aufständischen aus, die in Mossul festgenommen worden waren.
In der vergangenen Woche kam es auch zu einem Mörserangriff auf das Redaktionsgebäudes des Kanals. Dabei wurden drei Techniker verletzt. Zu dem Anschlag bekannten sich islamische Extremisten.
Bei einem Bombenanschlag in Bagdad kamen unterdessen zwei Zivilpersonen ums Leben. Der Sprengsatz explodierte an einer Straße, als ein Auto vorbeifuhr. Das Ziel des Anschlags war zunächst unklar, in der Nähe hielt sich ein amerikanischer Panzer auf, der nicht beschädigt wurde.
Bei einem Sabotageakt wurde abermals eine wichtige Öl-Leitung zerstört. Die Pipeline zwischen den Städten Dibis und Kirkuk im Norden des Landes steht noch in Flammen, wie Mitarbeiter der staatlichen North Oil Company mitteilten. Unbekannte hatten den Anschlag am Freitagabend verübt. Die Reparatur der Leitung wird nach Angaben der Ölfirma mindestens vier Tage dauern. Die Pipelines um das nördliche Ölzentrum Kirkuk sind in den vergangenen Wochen häufig Ziel von Sabotage geworden. Die Aufständischen fügen der irakischen Wirtschaft damit erheblichen Schaden zu, der den Wiederaufbau des Landes verzögert.
Drei irakische Zivilisten kamen heute im Süden von Bagdad ums Leben gekommen, nachdem ihr Wagen von einem US-Konvoi beschossen worden war. Der Fahrer verlor nach Angaben der Polizei auf der Straße zwischen den Provinzen Nadschaf und Kerbela die Kontrolle über das Auto, das sich daraufhin überschlug. Der Fahrer, seine Frau und seine Mutter starben. Zwei Söhne, die ebenfalls in dem Wagen gesessen hatten, wurden verletzt. Vor dem Beschuss durch die US-Armee hatte der Fahrer versucht, den Militärkonvoi zu überholen.