Terror: USA verdächtigen Ibn Ladin - DER SPIEGEL
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Terror USA verdächtigen Ibn Ladin

Die US-Regierung vermutet nach Angaben eines ranghohen amerikanischen Politikers den mutmaßlichen Terroristen Ussama Ibn Ladin hinter der verheerenden Terrorwelle vom Dienstag. Die afghanischen Taliban bestreiten jede Verantwortung.
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New York/Kabul - Die Anschläge trügen "die Unterschrift" von Ibn Ladin, sagte der republikanische Senator von Utah, Orrin Hatch, nach einem Gespräch mit den führenden Ermittlern des Bundeskriminalamtes FBI und der Geheimdienste. "Wir werden herausfinden, wer es war, und wir werden diese Schurken kriegen", sagte Hatch.

Der saudi-arabische Terrorist Ussama Ibn Ladin soll bereits vor drei Wochen vor einem noch nie da gewesenen Anschlag auf amerikanisches Gebiet gewarnt haben. Dies sagte der arabische Journalist Abd el-Bari Atwan der Nachrichtenagentur Reuters.

Daher sei es fast sicher, dass Ibn Ladin hinter dem Anschlage stecke, sagte Atwan. "Wir selbst haben Informationen erhalten, dass Ibn Ladin einen Angriff auf amerikanische Interessen vorbereitet, einen sehr großen".

Atwan hat nach Angaben von Reuters engen Kontakt zu Ibn Ladin und hat ihn mehrmals interviewt.

Von Seiten der amerikanischen Regierung wurde noch niemand offiziell für die Anschläge verantwortlich gemacht.

Es gebe aber eigentlich nur eine Gruppe, die Anschläge einer solchen Größenordnung durchführen könnte. Und das sei die Gruppe um Ussama Ibn Ladin, sagte der ehemalige Nato-General General Wesley Clark dem Nachrichtensender CNN. Das sei zumindest wahrscheinlich.

Die radikalislamischen Taliban in Afghanistan haben Überlegungen zurückgewiesen, der von ihr beschützte Ibn Ladin könnte hinter den Anschlägen in den USA stecken. "Was in den USA geschehen ist, ist nicht das Werk einfacher Bürger. Es könnte das Werk von Regierungen sein. Ussama Ibn Ladin kann dieses Werk nicht verrichten, und wir auch nicht", sagte ein Sprecher der in Afghanistan regierenden Bewegung am Dienstag in Kabul.

"Ussama Ibn Ladin hat nicht die Fähigkeit", sagte der Sprecher, der betonte, die Taliban unterstützten den Terrorismus nicht. Sie verurteilten vielmehr die Anschläge, die "entweder die Tat innerer Feinde der Vereinigten Staaten gewesen sein können oder ihrer großen Rivalen".

Die USA machen Ibn Ladin unter anderem für Bombenanschläge auf zwei ihrer Botschaften in Ostafrika 1998 verantwortlich. Zur amerikanischen Vergeltung gehörte damals der Einsatz von Marschflugkörpern in Afghanistan gegen angebliche Ausbildungslager Ibn Ladins für Terroristen. Die Uno hat Strafmaßnahmen gegen Afghanistan der Taliban verhängt, um Ibn Ladins Auslieferung zu erzwingen. Dazu gehört ein Auslandsflugverbot für die afghanische Fluggesellschaft.

Ussama Ibn Ladin wurde 1998 zum meistgesuchten Mann der USA erklärt. Der Millionär mit saudi-arabischer Staatsangehörigkeit hatte seine Anhänger mehrfach dazu aufgerufen, Amerikaner in aller Welt zu töten.

Ibn Ladin und seine Organisation El Kaeda ("Die Basis") sind nach Ansicht der US-Ermittler eine "Terror GmbH", wie das US-Nachrichtenmagazin "US News and World Report" unlängst titelte.

Ein Experte des Militärfachinformationsdienstes "Jane's" in London bezeichnete den Anschlag als den "kühnsten Terrorangriff, der sich jemals auf der Erde ereignet hat".

Ein derartiger Anschlag bedürfe einer einmaligen logistischen Operation", erklärte der Luftfahrtexperte Chris Yates von "Jane's Transport". "Nur eine sehr kleine Handvoll von Terrorgruppen" stehe auf der Liste von Organisationen, die dazu fähig seien. "An der Spitze dieser Liste würde ich Ussama Ibn Ladin nennen."

Vor allem in Afghanistan hätten sich zahlreiche islamistische Splittergruppen gebildet, sagte Andreas Riek vom Hamburger Orient-Insititut in einem Interview mit der ARD. Der Experte ist sich sicher, dass Muslime aus arabischen Ländern die Drahtzieher der Anschläge sind.

Palästinenser bestreiten Beteiligung

Solche Terroranschläge seien seit Jahren angekündigt worden. "Nun finden sie in einer krassen Form statt", sagte Riek. "Das ist der Krieg des 21. Jahrhunderts!"

Der Journalist Atwan sagte, wenn die USA überzeugt seien, dass Ussama Ibn Ladin hinter den Anschlägen stecke, es wahrscheinlich sei, dass Amerika Vergeltung gegenüber Afghanistan verüben werde. "Es würde mich nicht überraschen, wenn die Amerikaner Cruise Missiles nach Afghanistan schicken würden. Es gibt kein anderes Land, Ibn Ladin ist in Afghanistan."

Unterdessen wiesen mehrere radikale Palästinensergruppen die Beteiligung an den Terrorakten zurück. Der Sprecher der radikal- islamischen Hamas, Abdel Asis Rantisi, sagte: "Wir wissen nicht, wer hinter diesen Anschlägen steckt (...), aber ich glaube nicht, dass irgendeine palästinensische Organisation beteiligt ist. Wir Palästinenser bekämpfen Israel und keine unschuldigen Zivilisten."

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