Terrorakte: Perfide Choreografie - DER SPIEGEL
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Terrorakte Perfide Choreografie

Die Anschläge auf die Symbole Amerikas hatte nicht nur eine bisher unerreichte Wirkung. Sie waren auch mit todsicherer Präzision geplant.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

New York - Alle vier Unglücksflugzeuge starteten kurz vor 8 Uhr amerikanischer Zeit von der Ostküste mit Flugzielen auf der anderen Seite des Kontinents. Jede Maschine war deshalb mit einer großen Menge Treibstoff befüllt. Somit erzielten die Attentäter eine besonders große Sprengkraft.

Nach Ansicht des amerikanischen Terrorismus-Experten Daniel Benjamin stellen die Anschläge nicht nur angesichts der todsicheren Kombination von Flugzeugentführungen und Selbstmordattentaten einen neue Qualität dar: "Das war eine unglaublich komplizierte Aktion", sagt er.

Ihn macht vor allem die Leistung ratlos, gleichzeitig und zunächst unbemerkt auf das World Trade Center und das Pentagon zuzusteuern. Nach Angaben von US-Behörden muss es den Terroristen gelungen sein, die Transponder der Flugzeuge zeitweise zu deaktivieren. Damit waren sie für die Radarschirme der Flugsicherheit nicht mehr zu orten.

Auch der Zeitpunkt war bewusst gewählt. In den frühen Morgenstunden sind die Flughäfen der Ostküste besonders belebt, so dass auf die Sicherheitsüberprüfung der Passagiere wenig Zeit verwendet wird. Schließlich waren die Terroristen offenbar nur leicht bewaffnet. Nach den Angaben einer Frau, die aus einer der Maschinen noch per Handy bei ihrem Mann anrief, hatten die Terroristen nur "messerähnliche" Waffen bei sich.

Selbst die Größe der Flugzeuge trug zum Gelingen der Attacke bei. Nach Ansicht von Flugexperten ist hier eine Pilotenausbildung verzichtbar. "Ein Flugzeug dieser Größe zu steuern, braucht weit weniger Flugerfahrung als ein Kleinflugzeug", sagte ein Pilot der "New York Times". Seiner Ansicht nach wäre dies auch mit einiger Übung an einem handelsüblichen Flugsimulator-Spiel machbar.

Darüber hinaus geben allgemein verfügbare Flugkarten Aufschluss darüber, wie lange Abfangjäger bräuchten, um in die Nähe zu kommen. Außerdem erhalten solche Karten genaueste Daten zu den terrestrischen Hindernissen, so dass ein Flug in geringer Höhe kein Problem darstellt - bei klarem, fast windstillem Wetter mit guter Fernsicht ohnehin nicht.

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