Terrorismus Abu Nidal angeblich tot
Bagdad - Abu Nidal ist laut arabischen Medienberichten unter ungeklärten Umständen in Bagdad ums Leben gekommen. Die palästinensische Tageszeitung "Al Ajam" (Ramallah) meldete am Montag, der 65-Jährige sei vor drei Tagen tot in seiner Wohnung aufgefunden worden und habe offenbar Selbstmord begangen.
Der arabische TV-Sender al-Dschasira berichtete dagegen unter Berufung auf palästinensische Quellen, der mit mehreren Schusswunden aufgefundene Top-Terrorist sei getötet worden. Ein weiterer Informant erklärte gegenüber dem Sender, ein irakisches Kommando habe Abu Nidals Wohnung in Bagdad gestürmt.
Der Tod des Führers des Fatah-Revolutionsrats wurde weder von palästinensischer noch von irakischer Seite offiziell bestätigt. Sabri el Bana, der unter seinem Kampfnamen Abu Nidal bekannt war, war der Chef der Bewegung Fatah/Revolutionsrat. Diese hatte mit der Palästinensischen Befreiungsorganisation PLO von Arafat im Jahre 1974 wegen dessen moderater Politik gebrochen und sich als extreme Konkurrenzorganisation zu Arafat etabliert. Die Organisation Abu Nidals wird weltweit für Dutzende von Terroranschlägen mit annähernd 300 Toten verantwortlich gemacht.
Abu Nidal soll 1998 angeblich bei der Einreise von Libyen nach Ägypten festgenommen und an einem geheimen Ort unter Arrest gestellt worden sein. Amerikanische Terrorismus-Experten behaupteten 1999, er lebe im Irak unter dem Schutz von Präsident Saddam Hussein.