Terrorismus-Bekämpfung: Saudi-Arabien fordert internationale Koordination - DER SPIEGEL
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Terrorismus-Bekämpfung Saudi-Arabien fordert internationale Koordination

Der saudiarabische Kronprinz Abdullah hat die Staatengemeinschaft dazu aufgerufen, ein internationales Zentrum gegen den Terrorismus zu gründen. Es soll einen schnellen Austausch von Informationen ermöglichen.
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Hamburg - Kronprinz Abdullah sprach heute in Riad auf der Eröffnung der Internationalen Konferenz gegen Terrorismus vor Vertretern von mehr als 50 Ländern. Um Erfolg in der Terrorismus-Bekämpfung zu haben, müsse auch gegen Waffen- und Rauschgiftschmuggel sowie gegen Geldwäsche vorgegangen werden.

Abdullah betonte, sein Land kämpfe auf lokaler, regionaler und internationaler Ebene gegen den Terrorismus. Der Generalsekretär der Arabischen Liga, Amr Mussa, sicherte Unterstützung für den Vorschlag zu. Experten reagierten allerdings skeptisch.

Der Londoner Analyst Kevin Rosser sagte, Saudi-Arabien habe ein Problem mit der eigenen Glaubwürdigkeit, weil es keine Informationen über seine inneren Probleme liefere.

Der Innenminister Saudi-Arabiens, Prinz Naif Ibn Abd al-Asis Al Saud, gab an, in den letzten zwei Jahren seien bei Kämpfen mit Sicherheitskräften über 90 Terroristen getötet und 17 weitere verletzt worden. Bei 22 Überfällen von Extremisten seien 90 Menschen, darunter 39 Angehörige der Sicherheitskräfte, ums Leben gekommen und 720 Menschen verletzt worden. Über 50 Anschläge seien durch vorbeugende Maßnahmen verhindert worden.

Die Vertreter Irans sicherten auf der Konferenz zu, das Land meine es ernst mit dem Kampf gegen den Terrorismus und sei bereit, seine Erfahrungen einzubringen.

US-Präsident George W. Bush hatte am vergangenen Mittwoch Iran als bedeutendsten Förderer des Terrorismus in der Welt bezeichnet. Abi Abul Hasani vom iranischen Außenministerium sagte, das Fehlen einer gemeinsamen Definition sei ein Hauptproblem. Man müsse unterscheiden zwischen Menschen, die in einem besetzten Land für Freiheit kämpften, und solchen, die unschuldige Zivilisten töteten.

Anlässlich der Konferenz versicherte die Unternehmensgruppe der Familie des aus Saudi-Arabien stammenden Terroristenanführers Osama bin Laden in Zeitungsanzeigen: "Wir verurteilen jede Art von Terror scharf." Das Baufirmenimperium Binladen beteuerte, es unterstütze auch den Kampf der Regierung gegen den Terrorismus. Die Familie hatte sich wiederholt von Osama bin Laden losgesagt, der das Terrornetzwerk al-Qaida leitet.