Terrorismus Bin-Laden-Vize verhöhnt USA
Kairo - "Die Niederlage Amerikas im Irak und in Afghanistan ist nur eine Frage der Zeit", droht Eiman al-Sawahiri in dem Video, das der arabische Fernsehsender al-Dschasira am Donnerstag ausstrahlte. Die US-Soldaten stünden in beiden Ländern im Feuer und bluteten aus. Falls sie sich zurückzögen, würden sie alles verlieren. Die mehrere Minuten lange Aufnahme zeigt Sawahiri mit einem weißen Turban bekleidet und einem Maschinengewehr an seiner Seite. Sawahiri gilt als der zweite Mann der Terrororganisation al-Quaida nach Osama bin Laden. Das Video erschien wenige Tage vor dem dritten Jahrestag der Anschläge vom 11. September.
Sawahiri erklärt in der Aufnahme, die Mudschahidin hätten die Kontrolle über den größten Teil Afghanistans gewonnen. Süd- und Ost-Afghanistan seien gänzlich unter der Kontrolle der "Gotteskrieger". In diesen Landesteilen kam es zuletzt immer wieder zu Übergriffen auf westliche Truppen und auf Wahllokale. "Die Feinde sind beschränkt auf die regionalen Hauptstädte." Die US-Truppen versteckten sich in ihren Schützengräben, so Sawahiri.
Die Unterstützung der Bevölkerung für die Mudschahidin sei in Afghanistan und Pakistan sehr groß. Würden die ausländischen Truppen in Afghanistan nicht von der pakistanischen Armee unterstützt werden, hätten die "Gotteskrieger" sie schon längst vertrieben, fuhr er fort.
Botschaft soll Kampfgeist der Terroristen stärken
Beobachter werteten die Rede als Appell an die Anhänger von al-Qaida, um deren Kampfgeist zu stärken. Darin heißt es weiter, die Ära der Sicherheit für Amerikaner sei vorbei. Sie kehre erst zurück, wenn Washington die Verbrechen gegen Muslime im Irak sowie in Afghanistan und Palästina beende. Es gebe US-Pläne, die arabische und die islamische Welt auseinander zu reißen, etwa auf der arabischen Halbinsel, in Ägypten und im Sudan in der Krisenregion Darfur. Der Moderator von al-Dschasira kommentierte, der Hinweis auf Darfur belege, dass das Band neueren Datums sei. Es sei am Donnerstag bei dem Sender eingegangen.
Ohne die Hilfe der pakistanischen Armee wären die US-Soldaten schon längst aus Afghanistan geworfen worden, ergänzte al-Sawahri. Pakistan flog erst am Donnerstag einen Luftangriff auf ein mutmaßliches al-Qaida-Lager an der Grenze zu Afghanistan. Dabei sollen nach Militärangaben mindestens 50 Kämpfer ums Leben gekommen sein.
Die Alliierten hatten das Taliban-Regime nach den Anschlägen auf New York und Washington 2001 gestürzt.