Terrorismus: Prozess gegen Kofferbomber vertagt - DER SPIEGEL
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Terrorismus Prozess gegen Kofferbomber vertagt

In Beirut ist der Prozess gegen einen der beiden mutmaßlichen Kofferbomber von Köln direkt nach der Eröffnung vertagt worden. Nächste Woche soll weiterverhandelt werden. Die Ermittler sollen offenbar mehr Zeit bekommen, um den noch flüchtigen fünften Verdächtigen zu finden.
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Beirut/Kairo - Der Angeklagte Jihad Hamad wurde am Morgen zusammen mit drei weiteren libanesischen Angeklagten zum Justizpalast gebracht. Es herrschten starke Sicherheitsvorkehrungen. Der Prozess wurde nach der Eröffnung auf den 18. Mai vertagt. Die Verteidiger argumentierten, ihr Mandant müsste im Norden des Libanon, wo sie lebten und auch festgenommen worden waren, vor Gericht gestellt werden. Aus Justizkreisen in Beirut heißt es zudem, man wolle den Ermittlungsbehörden mehr Zeit für die Suche nach einem fünften Verdächtigen geben, der noch auf der Flucht sei.

Als Hauptverdächtige gelten jedoch Hamad und der Libanese Youssef al-Hajdib, der in Deutschland auf seinen Prozess wartet. Al-Hajdib soll damals einen Sprengstoffkoffer in einem zweiten Zug deponiert haben. Die Sprengsätze waren nicht explodiert, weil sie fehlerhaft konstruiert worden waren.

Der Prozess gegen die Männer, die an dem fehlgeschlagenen Terroranschlag beteiligt waren, findet im Libanon statt, da es zwischen der Bundesrepublik und dem arabischen Land kein Auslieferungsabkommen gibt.

Hamad hat nach Angaben der Justizbehörden gestanden, dass er am 31. Juli 2006 einen Sprengstoffkoffer in einem deutschen Regionalzug plaziert hatte. Als Motiv gab der junge Mann Rache für die Veröffentlichung der dänischen Karikaturen des Propheten Mohammed an.

Die Verdächtigen sind sunnitische Muslime. Eine Verbindung der jungen Männer zu einer bekannten Terrorgruppe konnte bislang nicht nachgewiesen werden.

ler/dpa/AFP