Terrorprozess: Kaplan gibt sich unschuldig - DER SPIEGEL
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Terrorprozess Kaplan gibt sich unschuldig

Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen hat in Istanbul der Prozess gegen den Islamistenführer Metin Kaplan begonnen. Der selbst ernannte "Kalif von Köln" wies alle Terrorismusvorwürfe gegen ihn zurück.
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Istanbul - "Ich bin Muslim, doch der Islam verbietet den Terror", sagte Kaplan, der in einem vergitterten Gefangenentransporter zum Gericht gebracht wurde. In seiner mit Koranzitaten gespickten Rede verteidigte Kaplan das von ihm propagierte islamische Staatsverständnis, bestritt jedoch energisch, zur Gewalt aufgerufen zu haben.

Kaplan sagte, die Anschuldigung, er habe den Auftrag für einen 1998 geplanten Terroranschlag auf das Atatürk-Mausoleum in Ankara gegeben, sei erfunden. Dabei sollte die dort zum Nationalfeiertag versammelte türkische Staatsspitze mit einem mit Sprengstoff beladenen Kleinflugzeug angegriffen werden. Die von den türkischen Sicherheitskräften vorzeitig aufgedeckten Attentatspläne seien ein gegen ihn eingefädeltes "Komplott" gewesen.

Kaplan, der seit seiner Abschiebung vor gut zwei Monaten in einer Einzelzelle im Hochsicherheitsgefängnis der nordwesttürkischen Stadt Tekirdag untergebracht ist, verwahrte sich dagegen, die von ihm in Deutschland geleitete Organisation Kalifatsstaat mit einer terroristischen Vereinigung gleichzusetzen. Der Verein sei nach deutschen Gesetzen gegründet worden, sagte Kaplan. In Deutschland hatte der Islamistenführer eine vierjährige Haftstrafe wegen eines Mordaufrufes verbüßt, dem ein politischer Konkurrent zum Opfer gefallen war.

Nach Kaplans halbstündigem Auftritt, bei dem ihn der Richter mehrmals ermahnte, leise zu sprechen, vertagte sich das Gericht auf den 4. April. Dem 52-Jährigen droht wegen Hochverrats eine lebenslange Haftstrafe. Für den Prozess wurden 13 Verfahren, die gegen ihn in Ankara, Istanbul, Adana und Erzurum eingeleitet worden waren, beim Anti-Terror-Gericht in Istanbul zusammengeführt.