Texas: Mörder durch Giftspritze hingerichtet - DER SPIEGEL
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Texas Mörder durch Giftspritze hingerichtet

In Texas ist wieder ein Mensch hingerichtet worden. Anfang Juni hatte US-Präsidentschaftskandidat George W. Bush die Exekution zunächst aufgeschoben, um sein Image des "mitfühlenden Konservativen" zu unterstreichen.
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Huntsville - Im texanischen Staatsgefängnis von Huntsville wurde Ricky McGinn durch eine Giftspritze getötet. Der 43-Jährige war wegen Vergewaltigung und Mord an seiner zwölfjährigen Stieftochter zum Tode verurteilt worden.

Der Hinrichtungstermin war zweimal verschoben worden. Beim ersten Mal wurde das Urteil nicht vollstreckt, weil ein Tornado das Büro des Anwalts von McGinn verwüstet hatte. Der zweite Termin wurde nur wenige Minuten vor der Exekution verschoben. Der texanische Gouverneur Bush hatte weitere DNS-Tests angeordnet, um die Schuld des Delinquenten eindeutig zu beweisen. Der Aufschub während des Wahlkampfs um die Präsidentschaftsnominierung der Republikaner galt als Beispiel des "mitfühlenden Konservativen", als der sich Bush in einem Wahlkampfslogan bezeichnete.

In einem letzten Interview für einen texanischen Fernsehsender beteuerte McGinn seine Unschuld. "Ich bin bereit, zu sterben", sagte er. "Ich weiß und Gott weiß, dass ich das nicht getan habe. Mich interessiert nicht, welche Tests die vornehmen".

Die Großmutter des Opfers war Zeuge der Hinrichtung. Sie sagte, sie sei zufrieden, dass McGinn jetzt nicht mehr morden könne. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International kritisierte die jüngste Exekution. Seit Wiederaufnahme der Hinrichtungen in Texas 1982 wurden dort bis jetzt 232 Menschen exekutiert. 40 Hinrichtungen könnten es allein in diesem Jahr werden - so viel wie nie zuvor.