Thailand: Regierung will Demonstranten aushungern - DER SPIEGEL
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Thailand Regierung will Demonstranten aushungern

Ein Ende der Staatskrise in Thailand ist nicht abzusehen. Im Gegenteil: Die Regierung will Tausende Demonstranten aushungern, wenn die Proteste nicht aufgegeben werden. Doch das Ultimatum lässt die Oppositionsanhänger kalt.
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Bangkok - Kein Essen mehr, und auch die Strom- und Wasserversorgung soll gestoppt werden. Mit diesen drastischen Maßnahmen will Thailands Regierung die in einem Bangkoker Geschäftsviertel ausharrenden Demonstranten stoppen. Auch der Handy-Empfang in dem Gebiet soll unterbunden werden. Doch das Oppositionsbündnis UDD blieb ungerührt. Auf dem besetzten Gelände gebe es seit langem eigene Generatoren.

Das Bündnis hatte diese Woche eigentlich das Kompromissangebot des Regierungschefs Abhisit Vejjajiva zur Lösung der Krise angenommen. Es sieht unter anderem vorgezogene Neuwahlen im November vor. Doch jetzt bestehen die sogenannten Rothemden darauf, dass sich der stellvertretende Regierungschef Suthep Thaugsuban der Polizei stellt, weil er für einen blutigen Einsatz der Sicherheitskräfte am 10. April verantwortlich war. Der hatte sich am Dienstag durch eine Ermittlungseinheit des Justizministeriums verhören lassen, doch genügte dem Bündnis das nicht. Den 24 ranghöchsten Anführern der UDD drohen Festnahmen, wenn sie das besetzte Viertel verlassen.

Abhisit hatte die Oppositionellen aufgefordert, das seit Wochen besetzte Geschäftsviertel bis zum Ende des Mittwochs (19Uhr MESZ) freiwillig zu verlassen. Doch nun zeigte er sich enttäuscht darüber, dass die sogenannten Rothemden auf seine Zugeständnisse mit immer neuen Forderungen reagiert hätten. "Wenn sie weiterhin unbedeutende Dinge vorbringen, wird das keine Ende finden. Die Regierung wird keine Kompromisse mehr eingehen", sagte der Regierungschef. Ein Sprecher der Ministerpräsidenten erklärte, damit sei auch der angekündigte Wahltermin vom Tisch.

als/AFP/APN/dpa