Todesdrohung im Irak: Ultimatum für französische Geiseln verlängert - DER SPIEGEL
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Todesdrohung im Irak Ultimatum für französische Geiseln verlängert

Für die beiden vom Tode bedrohten französischen Geiseln im Irak gibt es neue Hoffnung. Ihre radikal-islamischen Entführer verlängerten ihr Ultimatum an die französische Regierung um 24 Stunden. Sie hatten gedroht, die Journalisten umzubringen, sollte das Kopftuchverbot an französischen Schulen nicht aufgehoben werden.
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Bagdad - Der arabische Sender al-Dschasira strahlte ein Video aus, in dem die Entführten Staatspräsident Jacques Chirac aufforderten, das Gesetz rückgängig zu machen.

Zuvor hatte die französische Regierung ungeahnt breite Unterstützung in der arabischen und islamischen Welt erfahren. Auch Islamisten-Organisationen appellierten an die Geiselnehmer, das Leben der Franzosen zu schonen. Frankreichs Außenminister Michel Barnier bemühte sich auf einer Reise in den Nahen Osten um eine Freilassung der Entführten.

Gestern Abend traf er in Jordanien ein, wo er heute voraussichtlich auch mit König Abdullah zusammenkommt. In Kairo hat er unter anderem den Generalsekretär der Arabischen Liga, Amre Mussa, getroffen.

Barnier sagte, die Entführungsopfer seien der arabischen Welt seit langer Zeit verbunden. Er appellierte an die Kidnapper, die Männer im Namen der Menschlichkeit freizulassen.

Ein irakischer Stammesscheich erklärte, die Entführer hätten ihm versprochen, die mit dem Tode Bedrohten zu verschonen. Scheich Musar al-Duleimi vom einflussreichen Stamm der Duleim sagte der französischen Zeitung "Le Monde", er habe von der "Islamischen Armee Iraks" eine grundsätzliche Zustimmung erhalten, die beiden Korrespondenten von "Le Figaro" und dem französischen Auslandssender RFI nicht zu töten.

Zu den Gruppen, die gegen die Entführung protestierten, zählen auch Islamisten-Organisationen, die in den vergangenen Monaten Demonstrationen gegen das Kopftuchverbot in französischen Schulen organisiert hatten. Die in Ägypten verbotene Muslimbruderschaft erklärte, die beiden Journalisten hätten nichts mit dem Kopftuch-Gesetz zu tun. Eine Entführung zur Durchsetzung einer Gesetzesänderung in einem anderen Land sei nach islamischem Recht nicht legitim. Zuvor hatten sich auch Islamisten-Gruppen in Jordanien und Libanon für die Freilassung der Geiseln ausgesprochen.

Zwischen Paris und Bagdad herrschte wegen des Geiseldramas diplomatische Verstimmung. Der irakische Übergangsministerpräsident Ijad Allawi rief Frankreich auf, sich wie die USA dem Kampf gegen das Böse im Irak zu stellen. "Der Konfrontation auszuweichen ist keine Lösung", sagte Allawi "Le Monde". Das französische Außenministerium nannte Allawis Worte unannehmbar. "Allawi scheine die Entschlossenheit Frankreichs im Kampf gegen den Terrorismus in Zweifel zu ziehen".