Tote und Verletzte: Schwere Explosion in Jerusalem - DER SPIEGEL
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Tote und Verletzte Schwere Explosion in Jerusalem

In der Nähe des Jerusalemer Marktes Machane Jehuda ist eine Bombe detoniert. Dabei sind mindestens zwei Menschen getötet und mehrere verletzt worden. Israels Ministerpräsident Barak will trotz der Bombenexplosion eine Vereinbarung zum Ende der Gewalt verkünden.
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Jerusalem - Bei den beiden Todesopfern handelt es sich nach Angaben der Polizei um Passanten. Der israelische Rundfunk meldete, ein Opfer der Auto-Bombe, sei die Tochter einer "bekannten Persönlichkeit" in Israel. Der zweite Tote sei ein jüdischer Mann. Zunächst war vermutet worden, dass die beiden Opfer die Attentäter selbst sein könnten.

Der Sprengkörper, der nach Polizeiangaben in einem Auto verborgen war, detonierte nahe dem belebten Markt von Machane Jehuda, der unmittelbar danach in schwarze Rauchwolken gehüllt war. Dutzende Krankenwagen rasten zu dem Ort des Anschlags. Das Gebiet wurde von der Polizei abgeriegelt, weil weitere Explosionen befürchtet wurden.

Über den Hergang des Anschlags gab es zunächst widersprüchliche Angaben. Ersten Informationen zufolge wurde ein Attentäter mit dem explodierenden Auto in Stücke gerissen. Es hieß, das Fahrzeug sei zuvor bereits von der Polizei verfolgt und vor dem Markt an der Weiterfahrt gehindert worden. "Plötzlich gab es eine schwere Explosion, und im nächsten Augenblick sah ich einen Feuerball und überall Rauch", sagte ein Augenzeuge. Jerusalems Polizeichef Jair Jizchaki meinte, das Auto sei bis zur Unkenntlichkeit zerstört worden.

Israels Ministerpräsident Ehud Barak wollte trotz der Explosion um 16 Uhr MEZ eine Rundfunkansprache halten. Eine Sprecherin Baraks sagte, so weit sie wisse, werde er, wie mit Palästinenser-Präsident Jassir Arafat vereinbart, zu einem Ende der jüngsten Auseinandersetzungen aufrufen. Die am Vorabend zwischen Arafat sowie dem israelischen Minister für regionale Zusammenarbeit und Friedensnobelpreisträger Schimon Peres ausgehandelte Erklärung war ursprünglich für 13 Uhr MEZ angekündigt worden - eine Stunde vor der Explosion. Die radikal-islamische Hamas-Bewegung lehnte diese Vereinbarung jedoch unmittelbar nach ihrem Bekanntwerden ab. Die Hamas und der Islamischer Dschihad hatten in den vergangenen Wochen wiederholt Anschläge in Israel angekündigt.

Im Juli 1997 waren bei einem Bombenanschlag auf dem Markt Machane Jehuda zwei Attentäter und 16 Passanten ums Leben gekommen. Ein Jahr später verletzten Selbstmordattentäter 21 Menschen mit einer Bombe.

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