Tschetschenien: Gefecht in Grosny - DER SPIEGEL
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Tschetschenien Rebellen und Polizisten liefern sich Gefechte in Grosny

Es ist der schwerste Angriff auf Grosny seit Jahren: Aufständische haben in Tschetscheniens Hauptstadt mehrere Polizisten getötet und ein Verlagshaus gestürmt. Insgesamt kamen 19 Menschen ums Leben.
Tschetschenien: Rebellen und Polizisten liefern sich Gefechte in Grosny
Tschetschenien: Rebellen und Polizisten liefern sich Gefechte in Grosny

Tschetschenien: Rebellen und Polizisten liefern sich Gefechte in Grosny

Foto: AP/dpa
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Grosny - Kaukasische Rebellen haben zum ersten Mal seit Jahren die tschetschenische Hauptstadt Grosny angegriffen. Nach Angaben des Präsidenten der russischen Teilrepublik, Ramsan Kadyrow, töteten die Angreifer drei Polizisten, nachdem sie an einer Straßensperre gestoppt wurden. Die staatliche Nachrichtenagentur Ria Nowosti meldet unter Berufung auf Sicherheitskreise zehn getötete Sicherheitskräfte und 28 Verletzte.

Nach dem Überfall auf die Verkehrspolizisten sollen sich die Kämpfer in einem Verlagshaus im Zentrum von Grosny verschanzt haben. Laut Kadyrow sollen die Sicherheitskräfte das Gebäude gestürmt und neun Rebellen getötet haben. Er selbst steuere die Operation, die derzeit noch laufe und "in ihre finale Phase" gegangen sei.

Augenzeugen berichten, dass die Gefechte in der Innenstadt mehrere Stunden lang andauerten. Das Verlagsgebäude steht in Flammen. Auch Granaten seien eingeschlagen. Vor dem Haus habe die Leiche eines Zivilisten gelegen. Auch in einer Schule lieferten sich Terroristen und Sicherheitskräfte eine Schießerei.

Kadyrow regiert Tschetschenien mit harter Hand

Das Innenministerium in Grosny berichtet von sechs Kämpfern, die in das Verlagshaus eingedrungen seien. Andere Quellen sprechen von mindestens 15 Angreifern. Sie sollen nach Angaben aus Sicherheitskreisen aus dem Dorf Schalaschi stammen, das etwa 50 Kilometer von der tschetschenischen Hauptstadt entfernt liegt.

Tatort in Grosny: In wenigen Tagen jährt sich der Kriegsbeginn

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Foto: Musa Sadulayev/ AP/dpa

Es ist der erste konzertierte Angriff von Rebellen auf Grosny seit Jahren. Die Attacke ereignete sich nur wenige Stunden, vor der Rede an die Nation von Russlands Präsident Wladimir Putin. In wenigen Tagen jährt sich der Beginn des ersten Tschetschenien-Krieges zum 20. Mal.

Der putin-treue tschetschenische Präsident Kadyrow hat die Aufständischen in den vergangenen Jahren mit harter Hand niedergeschlagen. Dem 38-Jährigen werden schwere Menschenrechtsverstöße vorgeworfen. Zugleich hat er zum Teil strenge islamische Vorschriften verankert - unter anderem müssen Frauen in Tschetschenien in der Öffentlichkeit ein Kopftuch tragen.

syd/AP/dpa