Türkei: Außenminister kritisiert Loyalität der Nato-Verbündeten - DER SPIEGEL
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Türkei Außenminister kritisiert Loyalität der Nato-Verbündeten

Nach der Aussöhnung mit Russland übt die Türkei Kritik an den Nato-Verbündeten - indirekt auch an Deutschland. Man erwarte konkrete Unterstützung, nicht nur Worte, sagte Außenminister Cavusoglu.
Türkischer Außenminister Cavusoglu
Türkischer Außenminister Cavusoglu

Türkischer Außenminister Cavusoglu

Foto: Ali Unal/ AP
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Nach drei Jahren beendete die Bundeswehr 2015 ihren umstrittenen "Patriot"-Einsatz in der Türkei, auch die USA zogen ihre Raketenabwehrsysteme ab. Monate später hat die türkische Regierung nun mitgeteilt, was sie von diesem Schritt hält. "Unsere Erwartung an die Nato ist, dass sie konkret Unterstützung leistet, wenn die Türkei bedroht wird, nicht nur mit Worten", sagte Außenminister Mevlüt Cavusoglu dem Sender NTV.

Auf konkrete Länder bezog sich Cavusoglu dabei nicht. Er sagte: "In der Zeit, in der die Bedrohung der Türkei immer mehr zunahm, haben manche Nato-Länder, die unsere Verbündeten sind, ihre 'Patriot'-Batterien abgezogen."

Die internationalen "Patriot"-Einheiten waren Anfang 2013 auf Wunsch der Türkei rund hundert Kilometer von der syrischen Grenze entfernt in einer Kaserne stationiert worden. Sie sollten das Gebiet rund um die Stadt Kahramanmaras vor Raketenangriffen aus dem Bürgerkriegsland Syrien schützen.

Aus Deutschland waren dafür zwischenzeitlich bis zu 300 deutsche Soldaten im Einsatz. Die Bundesregierung hat den Abzug mit der abnehmenden Bedrohung begründet. Bei ihrem Abzug teilten die USA mit, gemeinsam mit der Nato zu ihrer Verpflichtung zu stehen, Bündnispartner zu verteidigen. Falls nötig, könnten die USA innerhalb einer Woche erneut Abwehrsysteme in der Türkei stationieren.

brk/dpa