Krise zwischen Saudi-Arabien und Iran Türkei bestellt iranischen Botschafter ein
Wegen der Krise zwischen Saudi-Arabien und dem Iran verschlechtert sich auch das Verhältnis zwischen der Türkei und der Führung in Teheran. Das türkische Außenministerium habe den iranischen Botschafter einbestellt, teilte das Ministerium mit.
Grund sind demnach Berichte offizieller iranischer Medien, die einen Staatsbesuch des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan Ende Dezember in Saudi-Arabien mit den dort kurz darauf erfolgten Hinrichtungen in Verbindung gebracht hätten. Solche Berichte müssten sofort eingestellt werden.
Saudi-Arabien hatte Anfang Januar insgesamt 47 Menschen an einem Tag hinrichten lassen, darunter auch einen prominenten schiitischer Geistlichen. Das führte zu schweren Protesten im mehrheitlich schiitischen Iran. Die saudische-arabische Botschaft in Teheran wurde von einem Mob angegriffen.
Das türkische Außenministerium hatte danach beide Länder zur Deeskalation aufgerufen. In einer Mitteilung zeigte sich das Ministerium besorgt über die Angriffe auf diplomatische Einrichtungen Saudi-Arabiens im Iran, äußerte sich aber nicht zu den Hinrichtungen. In der Türkei leben ebenso wie in Saudi-Arabien mehrheitlich Muslime sunnitischer Glaubensrichtung.