Türkei und "Islamischer Staat" Erdogan deutet Gefangenenaustausch mit IS an
Türkischer Präsident Erdogan: Deal mit den Islamisten?
Foto: KAYHAN OZER/ AFPNew York - Die Anzeichen verdichten sich, dass Ankara die vor wenigen Tagen aus den Händen des "Islamischen Staates" (IS) befreiten türkischen Geiseln gegen IS-Terroristen ausgetauscht hat. Auf die Frage danach antwortete der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan laut der Nachrichtenagentur AP: "Solche Dinge sind möglich." Jerusalem habe bereits 1500 Palästinenser für einen einzigen Israeli freigelassen, sagte er. "Sie sehen also, es ist möglich."
Am Samstag hatten Erdogan und sein Premierminister Ahmet Davutoglu erklärt, die Geiselnahme sei beendet. Der Staatspräsident ließ schriftlich verbreiten, die 46 Türken und drei Iraker seien in einer "nächtlichen Rettungsoperation" befreit worden. Angeblich wurde sie vom Geheimdienst MIT geführt, beteiligt waren nach Angaben des türkischen Außenministers Mevlüt Cavusoglu auch sein Haus sowie die türkische Armee.
Premier Davutoglu empfing die befreiten Geiseln
Die türkischen Geiseln waren am frühen Samstagmorgen von Syrien aus über die Grenze nach Sanliurfa gebracht worden, wo Davutoglu sie empfing. Anschließend flog er gemeinsam mit ihnen in die Hauptstadt Ankara. Die drei irakischen Gefangenen wurden nicht in die Türkei gebracht.
Die Terrormiliz "Islamischer Staat" sorgt mit Geiselnahmen und Hinrichtungen von Gefangenen immer wieder für Entsetzen. Drei westliche Geiseln haben die Dschihadisten bislang vor laufender Kamera enthauptet und die Videos im Internet verbreitet - weitere Gefangene sollen noch in der Gewalt des IS sein.
Derzeit halten dem IS nahestehende Islamisten einen 55-Jährigen Franzosen in Algerien gefangenen. In einem am Montagabend veröffentlichten Video erklärt die Terrorgruppe, die sich Dschund al-Chilafah ("Die Soldaten des Kalifats") nennt, den Mann binnen 24 Stunden zu töten, sollte Paris seine Luftangriffe gegen den IS im Irak nicht stoppen. Frankreichs Außenminister Laurent Fabius sagte, dass diese Drohung keinen Einfluss auf die Entscheidung Frankreichs haben werde, sich am Kampf gegen den IS zu beteiligen.