Tunesien-Unruhen: Polizei feuert Tränengas auf Demonstranten - DER SPIEGEL
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Tunesien: Erfolgreicher Aufstand gegen Ben Ali

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Tunesien-Unruhen Polizei feuert Tränengas auf Demonstranten

Die Proteste in Tunesiens Hauptstadt eskalieren erneut. Mehrere Demonstranten sollen das Dach des Innenministeriums erklommen haben, die Polizei feuerte Tränengasgranaten in die Menge. Tausende europäische Touristen werden aus dem Land ausgeflogen.
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Tunis - Bei Massendemonstrationen in Tunesiens Hauptstadt ist es am Freitag erneut zu gewalttätigen Auseinandersetzungen gekommen. Trotz einer bejubelten Rede von Präsident Sein al-Abidin Ben Ali setzten sich die Proteste im Stadtzentrum vom Tunis fort. Wie ein Reporter der Nachrichtenagentur Reuters berichtete, waren unweit des Innenministeriums Schüsse zu hören.

Vor dem Gebäude sollen Polizisten Tränengasgranaten abgefeuert haben, als Demonstranten auf das Dach des Gebäudes kletterten. Hunderte Protestierende ergriffen die Flucht. Gruppen wütender Jugendlicher seien nah an das Ministerium herangerückt und hätten mit Steinen auf Polizisten geworfen, berichtete der Reporter weiter.

Das nordafrikanische Land wird seit Wochen von gewaltsamen Massendemonstrationen erschüttert. Die offizielle Zahl der Toten wird auf 23 beziffert, die Opposition spricht von dreimal so vielen Todesopfern der Proteste. Viele, vor allem junge Menschen lehnen sich gegen die miserable wirtschaftliche Lage ihres Landes, teure Lebensmittel und Arbeitslosigkeit auf.

Chaos und Plünderungen

Staatschef Ben Ali hatte am Donnerstag den langfristigen Rückzug aus seinem Amt und einige Reformen angekündigt. Zunächst hatte die Bevölkerung mit Jubel auf die Ansprache reagiert, dann aber drehte sich die Stimmung.

In der Nacht war es im ganzen Land zu tödlichen Zusammenstößen zwischen Demonstrationen und der Polizei gekommen. Allein in der Stadt Ras Jebel sollen nach Angaben von Reuters zwölf Menschen gestorben sein. Die Agentur stützt sich auf Informationen von Krankenhausmitarbeitern. Aus Tunis meldeten Augenzeugen in der Nacht Chaos und Plünderungen.

Wegen der Unruhen hat das Auswärtige Amt in Berlin von Reisen in das nordafrikanische Urlaubsland abgeraten. Reiseveranstalter schätzen, dass sich etwa 10.000 deutsche Touristen in Tunesien aufhalten. Der deutsche Reisekonzern Thomas Cook lässt Tausende Urlauber mit Sondermaschinen aus dem Land fliegen. Auch britische Urlauber werden außer Landes gebracht.

amz/Reuters