Ukraine: Bundesregierung lobt Wähler - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Parlamentswahlen Bundesregierung lobt ukrainische Wähler

In der Ukraine zeichnet sich ein deutlicher Erfolg der proeuropäischen Parteien bei den Parlamentswahlen ab. Die Bundesregierung hat das Veto der Wähler als mutigen Neustart gewürdigt.
Stimmenauszählung in Kiew: "Weitgehend friedlich"
Stimmenauszählung in Kiew: "Weitgehend friedlich"

Stimmenauszählung in Kiew: "Weitgehend friedlich"

Foto: Tatyana Zenkovich/ dpa
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Berlin - Die Bundesregierung hat sich erfreut über den Erfolg der pro-europäischen Parteie bei den Wahlen in der Ukraine gezeigt. "Diese Wahlen waren auf dem Weg zu einer weiteren Stabilisierung der Ukraine ein wichtiger Schritt", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. Das voraussichtliche Ergebnis sei ein Vertrauensbeweis für Staatspräsident Petro Poroschenko und Ministerpräsident Arsenij Jazenjuk. Die Menschen in der Ukraine hätten mutig gewählt und sich auch eindeutig für einen Neustart ohne Regierungsbeteiligung von Extremisten oder Populisten ausgesprochen.

Auswirkungen auf die deutsche Haltung zu einer EU-Mitgliedschaft der Ukraine habe das Ergebnis aber nicht. In dem Partnerschaftsabkommen der EU und der Ukraine wird Kiew ein EU-Beitritt nicht versprochen.

Seibert sagte, die Wahl sei weitgehend friedlich, frei und ohne Beeinträchtigungen abgelaufen - allerdings habe es in einigen östlichen Landesteilen Einschüchterungsversuche und Angriffe auf Wahllokale gegeben. Bei den geplanten Kommunalwahlen in der Ostukraine müsse Russland nun auf die prorussischen Separatisten einwirken, dass die Wahlen nach ukrainischem Recht und unter internationaler Beobachtung ablaufen.

Auch die russische Regierung hat sich erfreut über den Sieg moderater Parteien bei der Parlamentswahl in der Ukraine gezeigt. "Es ist schon klar, dass die Parteien eine Mehrheit gewonnen haben, die eine friedliche Lösung der internen ukrainischen Krise unterstützen", sagte Vize-Außenminister Grigory Karasin der amtlichen Nachrichtenagentur Ria Nowosti.

Nach Auszählung von rund 30 Prozent der Bezirke wurden die prowestlichen Bündnisse von Präsident Petro Poroschenko und von Ministerpräsident Arsenij Jazenjuk mit jeweils knapp 22 Prozent der Stimmen die stärksten politischen Kräfte im neuen Parlament. Auf Platz drei landete bei der Wahl am Sonntag laut Nachwahlbefragungen die ebenfalls proeuropäische Bewegung Samopomitsch (Selbsthilfe) des Bürgermeisters von Lemberg (Lwiw) mit etwa 14 Prozent.

anr/dpa/Reuters/AFP