Ukraine: Juschtschenko mit Dioxin vergiftet - DER SPIEGEL
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Ukraine Juschtschenko mit Dioxin vergiftet

Der ukrainische Oppositionsführer Juschtschenko ist nach Angaben seiner Wiener Ärzte eindeutig vergiftet worden. Es bestehe kein Zweifel daran, dass ihm Dioxin zugeführt wurde.
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Wien - "Es gibt keinen Zweifel, dass die Erkrankung von Herrn Juschtschenko durch eine Dioxin-Vergiftung verursacht wurde", sagte Michel Zimpfer, der Arzt des ukrainischen Oppositionspolitikers, heute in der Wiener Privatklinik Rudolfinerhaus.

Die Tests, die man in den vergangen 24 Stunden durchgeführt habe, hätten überzeugende Beweise für diesen Umstand geliefert. Die Diagnose basiere auf klinischen Beobachtungen und auf Gewebeproben. Zimpfer sagte, Juschtschenkos Blut und Gewebe enthalte das 1000-fache der normalen Konzentration an Dioxin. Es wäre allerdings sehr einfach, diese Menge in einer Suppe unterzubringen, erklärte der Arzt. Es gebe deshalb den Verdacht, dass eine dritte Partei für die Vergiftung verantwortlich sei.

Juschtschenko selbst hatte bereits vor Wochen die ukrainischen Behörden beschuldigt, ihn im Laufe des Präsidentschaftswahlkampfes vergiftet zu haben.

Am Abend des 5. September hatte sich der Politiker zu einem Abendessen mit dem Chef der ukrainischen Staatssicherheit, Igor Smeschko, getroffen. Dieser wollte mit dem Oppositionspolitiker dringend zusammenkommen, um ihm "eminent wichtige Informationen" mitzuteilen. Wenige Stunden später wurde Juschtschenko krank. Er litt unter Unterleibs- und Rückenschmerzen, Gesichtsmuskeln waren gelähmt, er erbrach sich häufig. Vier Tage später ließ sich der ehemalige Banker erstmals nach Wien ins Rudolfinerhaus fliegen.

Trotz seiner Erkrankung nahm er aber weiter am Wahlkampf teil. Äußerlich ist Juschtschenko durch die Vergiftung stark gezeichnet, Narben und Pusteln übersähen sein Gesicht. Sein gegenwärtiger Krankenhausaufenthalt in Wien ist insgesamt sein dritter.

Die Ehefrau Juschtschenkos sagte, sie habe schon vor der Veröffentlichung der Diagnose "keine Zweifel" daran gehabt, dass ihr Mann vergiftet wurde. Stunden vor der Veröffentlichung des Untersuchungsergebnisses durch die behandelnden Ärzte in Wien sagte Katarina Juschtschenko vor Journalisten, ihr Mann habe schon vor seiner Erkrankung im September Drohungen erhalten und erhalte sie weiterhin, "weil es viele Leute gibt, die meinen Mann und die Veränderungen, die er der Ukraine bringen würde, als eine große persönliche Bedrohung sehen".

Am 26. Dezember wird es in der Ukraine zu einer Wiederholung der Stichwahl zwischen dem Amtsinhaber Wiktor Janukwotisch und Juschtschenko kommen. Das Oberste Gericht in Kiew hatte den verkündeten Wahlsieg Janukowitschs für ungültig erklärt. Seit dem Wahlabend protestiert in der Ukraine die demokratische Opposition unter Führung Juschtschenkos gegen die Wahlfälschung durch Janukowitsch.