Ukraine: Russland verlangt - DER SPIEGEL
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Russische Forderung Westen soll "nationale Katastrophe" in Ukraine verhindern

Russland fordert vom Westen, die Regierung in Kiew zu bremsen. Der "Anti-Terror-Einsatz" in der Ostukraine müsse gestoppt werden, heißt es aus dem Moskauer Außenministerium.
Prorussische Separatisten in Donezk: Moskau fordert Stopp des "Bruderkriegs"
Prorussische Separatisten in Donezk: Moskau fordert Stopp des "Bruderkriegs"

Prorussische Separatisten in Donezk: Moskau fordert Stopp des "Bruderkriegs"

Foto: Photomig/ dpa
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Moskau - Bei Slowjansk setzten proukrainische Truppen Artillerie und Kampfjets gegen prorussische Kräfte ein, ein Armee-Hubschrauber wurde von den Separatisten abgeschossen. Nun fordert das russische Außenministerium erneut, der "Anti-Terror-Einsatz" des ukrainischen Militärs im Osten des Landes müsse gestoppt werden.

Die USA und die Europäische Union sollen die Regierung in Kiew unter Druck setzen, um eine "Katastrophe" in der ehemaligen Sowjetrepublik zu vermeiden. "Wir fordern erneut, dass Kiew den Bruderkrieg beendet und einen echten nationalen Dialog startet, hieß es in einem Statement aus Moskau. "Außerdem rufen wir unsere westlichen Partner erneut auf, ihren Einfluss auf Kiew zu nutzen, um eine nationale Katastrophe in der Ukraine zu verhindern."

Die Regierungstruppen führen seit mehreren Wochen eine Militäroffensive gegen die Separatisten im Osten des Landes. Bei Kämpfen im Osten der Ukraine wurden zuvor nach Angaben aus Sicherheitskreisen zwölf ukrainische Soldaten getötet. Prorussische Separatisten schossen demnach einen Militärhubschrauber ab. Unter den Opfern war laut der Präsidentschaft in Kiew auch General Serhij Kulschytskij.

Ein Rebellensprecher sagte mehreren russischen Nachrichtenagenturen, der Hubschrauber sei bei schweren Gefechten am südlichen Stadtrand von Slowjansk abgeschossen worden. Durch das Vorgehen des Militärs seien zudem Häuser von Zivilisten in Brand geraten. Die Führung in Kiew wirft Russland vor, die Kreml-treuen Kämpfer gezielt mit Waffen und Söldnern zu unterstützen. Moskau bestreitet dies.

OSZE-Beobachter in den Händen der Separatisten

Über den Verbleib der vermissten Beobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) wurde am Donnerstagmorgen bekannt, dass sie sich in den Händen der Separatisten befinden.

Nach Angaben eines Anführers sei dem unbewaffneten Team von Reisen in der Konfliktregion abgeraten worden. "Aber diese vier stellten sich als sehr wagemutig heraus", sagte der selbst ernannte Bürgermeister der ostukrainischen Rebellenhochburg Slowjansk, Wjatscheslaw Ponomarjow.

Nach der Festnahme würden seine Gefolgsleute nun "klären, wer sie sind, wohin sie gingen und warum, und werden sie dann freilassen". Ponomarjow deutete an, dass die OSZE-Beobachter in Spionageaktivitäten verwickelt sein könnten. Ihnen allen "geht es gut", versicherte er laut Interfax. Die prorussischen Separatisten hatten bereits im April mehrere Militärbeobachter der Organisation vorübergehend festgenommen.

Die OSZE hatte am Dienstag öffentlich gemacht, dass sie den Kontakt zu dem bei Donezk eingesetzten Team verloren habe. Demnach war die Verbindung zu den vier Beobachtern aus Dänemark, Estland, der Schweiz und der Türkei am Montagabend abgebrochen.

vek/Reuters/AFP