Ukraine: Timoschenko beendet ihren Hungerstreik - DER SPIEGEL
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Proteste in der Ukraine Timoschenko beendet ihren Hungerstreik

Sie wollte die Unterzeichnung des Abkommens zwischen der Ukraine und der EU erzwingen. Nun hat die inhaftierte Oppositionspolitikerin Julija Timoschenko ihren Hungerstreik beendet. Angeblich auf Aufforderung der Demonstranten.
Hand in Hand in Kiew: Demonstranten begehren gegen die ukrainische Regierung auf
Hand in Hand in Kiew: Demonstranten begehren gegen die ukrainische Regierung auf

Hand in Hand in Kiew: Demonstranten begehren gegen die ukrainische Regierung auf

Foto: SERGEI SUPINSKY/ AFP
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Kiew - Zwölf Tage lang hat sie durchgehalten, nun hat die inhaftierte ukrainische Oppositionschefin Julija Timoschenko einem Medienbericht zufolge ihren Hungerstreik beendet. Sie habe damit auf Aufrufe der Regierungsgegner reagiert, die seit Tagen auf dem Unabhängigkeitsplatz in Kiew ausharren. Laut der russischen Nachrichtenagentur Interfax sagte Timoschenkos Tochter Jewgenija am Freitag: "Weil die Menschen auf dem Unabhängigkeitsplatz es so wollten, hat sie ihren Hungerstreik beendet."

Die ehemalige Ministerpräsidentin hatte gegen die überraschende Entscheidung von Präsident Wiktor Janukowitsch, ein Assoziierungsabkommen mit der Europäischen Union doch nicht zu unterzeichnen, protestiert. Sie sitzt seit 2011 eine Gefängnisstrafe wegen Amtsmissbrauchs ab. Ihre Anhänger haben das Verfahren als politisch motiviert kritisiert.

In Charkow, rund 450 Kilometer östlich von Kiew, hatte ein Gericht einen umstrittenen zweiten Strafprozess gegen Timoschenko zum 27. Mal vertagt, weil die erkrankte Ex-Regierungschefin nicht erschien. In dem Verfahren wegen Steuerhinterziehung und Veruntreuung drohen der Politikerin zwölf Jahre Haft - zusätzlich zu den sieben, die sie seit Oktober 2011 wegen Amtsmissbrauchs absitzt.

Proteste in der dritten Woche

Derweil geht der Protest auf der Straße in die dritte Woche: Die prowestliche Opposition in der Ukraine hat mit einer Blockade erneut die Arbeit des Parlaments in Kiew verhindert. Abgeordnete der Vaterlandspartei der inhaftierten Ex-Regierungschefin Timoschenko ließen Parlamentschef Wladimir Rybak am Freitag nicht zu seinem Platz in der Obersten Rada. Die Opposition um Boxweltmeister Vitali Klitschko will die proeuropäischen Demonstrationen fortsetzen, bis die Regierung von Präsident Janukowitsch abtritt.

Überschattet wurden die Proteste auf dem Maidan - dem Platz der Unabhängigkeit - vom Tod eines Mannes am Hotel "Ukraina". Nach Angaben des Innenministeriums starb der Mittfünfziger an inneren Blutungen wegen Lungentuberkulose. Die Infektionskrankheit ist in der Ukraine weit verbreitet. Es gebe keine Hinweise auf einen gewaltsamen Tod, sagte ein Behördensprecher.

vek/Reuters/dpa