Ukraine-Krise Merkel, Hollande, Poroschenko und Putin sehen Bruch der Waffenruhe
Prorussische Separatisten feuern Grad-Raketen auf ukrainische Regierungstruppen
Foto: ANDREY BORODULIN/ AFPKiew/Moskau - Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Staatschef François Hollande haben zusammen mit Russlands Präsident Wladimir Putin und dem ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko einen Bruch des vereinbarten Waffenstillstands in der Ostukraine angeprangert.
Alle im Abkommen von Minsk vereinbarten Maßnahmen müssten "streng" umgesetzt werden, forderten die vier Spitzenpolitiker in einem Telefonat am Donnerstag, wie der Elysée-Palast in Paris mitteilte. Sie hielten an den Vereinbarungen fest, teilte Regierungssprecher Steffen Seibert in Berlin mit.
Trotz des seit dem Wochenende geltenden Waffenstillstands hatte es in den vergangenen Tagen erbitterte Kämpfe in der ostukrainischen Stadt Debalzewe gegeben. Am Mittwoch hatte die Ukraine den strategisch wichtigen Eisenbahnknotenpunkt aufgegeben.
Im Einzelnen forderten Merkel, Hollande, Putin und Poroschenko einen "Waffenstillstand an der gesamten Frontlinie ohne Ausnahme". Schwere Waffen müssten abgezogen und die Umsetzung dieser Maßnahmen müsse durch die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) überprüft werden. Der Prozess zur Befreiung von Gefangenen solle zudem beschleunigt werden. Die Außenminister der vier Länder wollen demnach noch am Donnerstag miteinander sprechen, um über die Umsetzung der geplanten Überwachung der Maßnahmen zu beraten.
Bei Kämpfen mit prorussischen Separatisten in der Ostukraine wurden nach Angaben des ukrainischen Militärs in den vergangenen 24 Stunden 14 Soldaten getötet und mehr als 170 verletzt.
Die Separatisten setzen nach ukrainischen Angaben ihre Angriffe auf die Regierungstruppen fort. 46-mal seien ukrainische Stellungen mit Raketen, Artillerie und Panzern beschossen worden, teilte die ukrainische Armee am Donnerstag mit.
Auch die Hafenstadt Mariupol sei mit Panzern und Artillerie unter Feuer genommen worden. Ein in Mariupol kontaktierter Militärsprecher sagte am Donnerstag, in der Nacht habe es keine Angriffe gegeben und die Lage sei ruhig.