Ungarn: Proteste gegen Regierungschef lassen nach - DER SPIEGEL
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Ungarn Proteste gegen Regierungschef lassen nach

Nach einer Woche beginnen die Proteste gegen Ungarns sozialistischen Regierungschef Gyurcsany abzuflauen. Nur noch 8000 Menschen fanden sich gestern Abend zu einer friedlichen Kundgebung vor dem Parlament in Budapest ein - weitaus weniger als von den Organisatoren erhofft.
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Budapest - Wenige Menschen, kurze Dauer. Gestern Abend war vergleichsweise wenig los vor dem ungarischen Parlament. Schon nach kurzer Zeit begann sich die Menge wieder zu zerstreuen.

Am Samstagabend hatten die Demonstrationen mit mehr als 20.000 Teilnehmern ihren einstweiligen Höhepunkt erreicht. Die rechtsgerichtete Opposition will die Kundgebungen bis zwei Tage vor der Kommunalwahl am 1. Oktober fortsetzen.

Die größte Oppositionspartei, die rechtsgerichtete Fidesz von Ex-Regierungschef Viktor Orban, will die Kommunalwahl zu einer Art Referendum über Ferenc Gyurcsany und seine Mitte-Links-Koalition machen. Dieser lehnte am Sonntag erneut einen Rücktritt ab. Bei einem Treffen der Linken in Budapest warf er der Opposition zudem vor, mit der Rechtsextremen gemeinsame Sache zu machen. "Eine Zusammenarbeit mit denjenigen, die die demokratischen Grundwerte der Republik ablehnen, darf es nicht geben und können wir nicht zulassen", sagte Gyurcsany.

Auslöser der Proteste waren Äußerungen des Regierungschefs während einer parteiinternen Sitzung, in der er zugab, während des Wahlkampfs bewusst über die katastrophale Wirtschaftslage gelogen zu haben. Die ersten Proteste zu Beginn der vergangenen Woche endeten in Gewalt; bei Ausschreitungen wurden mehr als 250 Menschen verletzt und über 200 festgenommen. An den Kundgebungen beteiligen sich neben Anhängern der Opposition regelmäßig auch gewaltbereite Hooligans sowie Vertreter der Rechtsextremen.

ler/AFP