UNO-Beobachter in Syrien setzen Mission aus - DER SPIEGEL
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Bürgerkrieg Uno-Beobachter stoppen Syrien-Mission

Die Uno-Beobachter haben angesichts der eskalierenden Gewalt in Syrien ihren Einsatz ausgesetzt. Bis auf weiteres werde es keine Patrouillen mehr geben, sagt der Leiter des Einsatzes, General Robert Mood. In Homs sollen tausend Familien eingekesselt sein und unter Beschuss stehen.
Bürgerkrieg: Uno-Beobachter stoppen Syrien-Mission
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Bürgerkrieg: Uno-Beobachter stoppen Syrien-Mission

Foto: AFP/ Shaam News Network
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Berlin - Bis auf weiteres wird es keine Patrouillen mehr geben: Nach zwei Monaten haben die UN-Beobachter in Syrien ihre Mission abgebrochen. Der Einsatz werde ausgesetzt, teilte der Chef der Beobachtermission UNSMIS, der norwegische General Robert Mood, am Samstag mit. Grund sei die Zunahme der Gewalt in den vergangenen zehn Tagen.

Das Land verlassen werden die Beobachter aber nicht. Die Entscheidung, ihre Arbeit vorübergehend einzustellen, solle täglich neu bewertet werden. "Die Operationen werden wieder aufgenommen, wenn wir die Situation als geeignet ansehen, um unsere Mandatsaktivitäten wieder auszuführen", sagte Mood.

General Mood hatte den Konfliktparteien am Freitag vorgeworfen, zur Eskalation der Lage beizutragen, wodurch das Leben der unbewaffneten Beobachter zunehmend in Gefahr gerate.

Der UN-Sicherheitsrat hatte am 14. April die Entsendung von Beobachtern nach Syrien beschlossen. Tags darauf traf das erste Vorausteam in Syrien ein, nach und nach wurde die Mission auf 300 Beobachter aufgestockt. Ihre Aufgabe war es, die Einhaltung einer Waffenruhe zwischen den Aufständischen und den Sicherheitskräften von Präsident Baschar al-Assad zu überwachen. Die Mission konnte jedoch nicht verhindern, dass das Blutvergießen weiterging.

Die jüngste Offensive der syrischen Streitkräfte ging am Samstag unvermindert weiter. Bei Artillerieangriffen auf Vororte der syrischen Hauptstadt Damaskus wurden nach Angaben von Aktivisten mindestens zwölf Menschen getötet. Acht Menschen kamen demnach ums Leben, als Regierungstruppen in der Nacht auf Samstag Mörsergranaten auf ein Wohnhaus in dem Vorort Duma abfeuerten. Weitere vier Menschen seien beim Beschuss der Ortschaften Arbin und Tall getötet worden, berichteten der Aktivist Mohammed Said aus Duma und die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte.

Syrische Regierung spricht vom Kampf gegen Terroristen

Die Regierung stellte die Kämpfe rund um Damaskus anders dar. Nach Angaben der amtlichen Nachrichtenagentur SANA stürmten die Truppen in Duma Verstecke von bewaffneten Gruppen und töteten eine Reihe von Terroristen. Auch bei einer versuchten Infiltration von Bewaffneten vom Libanon aus seien in der Nacht mehrere Terroristen getötet und verwundet worden.

Nach Angaben der Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte, sollen derzeit mehr als tausend Familien in der zentralsyrischen Stadt Homs eingekesselt sein. Sie stünden in mehreren Vierteln unter dauerndem Beschuss. Die Menschenrechtler forderten UN-Generalsekretär Ban Ki Moon auf, "unverzüglich einzugreifen, um die ständigen Bombardierungen zu stoppen und die mehr als tausend umzingelten Familien in Sicherheit zu bringen".

Die Uno müsse auch dafür sorgen, dass "dutzende Verletzte" aus Homs, das als Hochburg der Gegner von Präsident Baschar al-Assad gilt, abtransportiert werden könnten, erklärte die Beobachtungsstelle weiter. Viele von ihnen seien angesichts fehlender medizinischer Versorgung in Lebensgefahr.

Am Freitag hatte die Beobachtungsstelle bereits das Rote Kreuz und den Roten Halbmond aufgefordert, medizinische Teams nach Homs zu schicken. Frankreich hatte sich am Freitagabend äußerst besorgt über Informationen gezeigt, dass eine Militäraktion in der zentralsyrischen Stadt unmittelbar bevorstehe.

nik/afp/dpa