Uno-Bericht: Zehntausende Libyer hungern - DER SPIEGEL
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Uno-Bericht Zehntausende Libyer hungern

Durch den monatelangen Krieg in Libyen ist für viele Menschen die Versorgung mit Lebensmitteln nicht mehr gewährleistet. Laut einem Bericht der Uno hungern vor allem im Westen des Landes Zehntausende Menschen. Ihr Vieh ist längst verkauft oder gegessen.
Zivilisten in Misurata: sehr eingeschränktes Angebot an Lebensmitteln
Zivilisten in Misurata: sehr eingeschränktes Angebot an Lebensmitteln

Zivilisten in Misurata: sehr eingeschränktes Angebot an Lebensmitteln

Foto: Sergey Ponomarev/ AP
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Genf - In den Bergen im Westen Libyens ist die Situation besonders schlimm. Während einer ersten Reise in die Orte Nalut, Wasin, Jadi und Sintan konnten die Uno-Vertreter keine Schafe oder Ziegen mehr entdecken. "Die Menschen haben ihr Vieh verkauft oder gegessen", sagte die Sprecherin des Welternährungsprogramms (WFP), Emilia Casella, am Dienstag in Genf. Der Organisation zufolge sind hier Zehntausende Menschen auf Lebensmittelhilfen angewiesen.

Die Lebensmittelknappheit sei eine der "Hauptsorgen" der Menschen in der Region, sagte Casella. Um zu überleben, seien sie "gänzlich" auf Lebensmittelhilfen angewiesen. Die Uno-Vertreter waren nach Angaben der Sprecherin "ziemlich geschockt" über den Zusammenbruch des Handels in der Region. Die Geschäfte seien geschlossen, Staatsangestellte hätten seit Februar kein Geld erhalten. Daher seien die Menschen auf ein "sehr eingeschränktes" Angebot an Lebensmitteln ohne Eier, Fleisch und Fisch angewiesen.

Das WFP schickte nach eigenen Angaben bereits 800 Kubikmeter Lebensmittel in die Region und erreichte damit 125.000 der bedürftigsten Menschen. Die Uno hatte bereits im Juni vor einer drohenden Lebensmittelkrise in Libyen gewarnt und mehr internationale Hilfe gefordert.

Für die belagerte Stadt Misurata hat WFP inzwischen eine Versorgungslinie für alle Hilfsorganisationen aufbauen können. Eine Schiffsverbindung verkehrt ab sofort zweimal wöchentlich zwischen Benghasi und Misrata. Sie bringt Helfer und Hilfsgüter zahlreicher Organisationen in die Stadt. Der erste übergreifende Bericht zahlreicher Organisationen über die humanitäre Situation in Misurata hebt hervor, dass dort zwar momentan keine akute Nahrungsmittelkrise herrsche, die Stadt aber vollständig auf eine externe Versorgung mit Lebensmitteln angewiesen sei. WFP konnte in Misrata bisher 125.000 Menschen mit Ernährungshilfe unterstützen.

Insgesamt musste das World Food Programme seit Beginn seiner Nordafrika-Operation vor vier Monaten mehr als 6000 Tonnen Lebensmittel an über 540.000 Menschen in ganz Libyen verteilen.

ler/AFP