Uno Generaldebatte abgesagt
New York - Zum ersten Mal in ihrer Geschichte haben die Vereinten Nationen die Generaldebatte der Vollversammlung abgesagt. Hauptgrund ist offenbar die Sorge um die Sicherheit der Staats- und Regierungschefs, die vom 19. bis 24. September in New York Probleme der Weltpolitik erörtern wollten, unter ihnen auch US-Präsident George Bush. Ein formeller Beschluss über die Aussetzung der Generaldebatte durch die 56. Vollversammlung auf Diplomatenebene werde am Mittwoch erwartet, teilte Uno-Sprecher Jan Fischer mit.
Für die Aussetzung der Generaldebatte hatten sich alle fünf Regionalgruppen der Uno ausgesprochen. Ein neues Datum wurde vorerst nicht genannt. Es könne erst zu einem späteren Zeitpunkt nach Konsultationen mit den Behörden des Uno-Gastgeberstaates USA festgesetzt werden, hieß es. In diplomatischen Kreisen wurde nicht ausgeschlossen, dass die Generaldebatte nach Genf verlegt wird.
Die 56. Vollversammlung war in New York von den Uno-Diplomaten der Mitgliedsländer rein formell am 12. September eröffnet worden, einen Tag nach den Anschlägen auf das World Trade Center.
Anschlag auf Bush in Genua geplant?
Der italienische Geheimdienst hatte nach Informationen des italienischen Politikers Gianfranco Fini die offenbar begründete Sorge, dass möglicherweise ein Flugzeug-Anschlag auf Bush während des G-8-Gipfels in Genua im Juli geplant war. Fini, stellvertretender Ministerpräsident, sagte dies laut einer Vorabmeldung am Dienstag im italienischen Fernsehen. Er sprach von geheimdienstlichen Informationen, bei dem ein Attentat mit einem Passagierflugzeug befürchtet worden sei.
Damals war der Luftraum über Genua geschlossen worden. Außerdem waren Flugabwehrraketen am Flughafen postiert worden. Die Aufstellung von Raketen war damals bereits bekannt geworden, doch war vermutet worden, sie richteten sich gegen einen möglichen Raketenangriff auf eines der Flugzeuge der Gipfel-Teilnehmer.