Uno-Bericht Sanktionen verzögern Kim Jong Uns Atomprogramm
Kim Jong Un mit Soldaten in der Einheit 641 (Archivbild): Entwicklung des Atomprogramms behindert
Foto: KCNA/ REUTERSWashington/Pjöngjang - 52 Seiten ist der Bericht der Uno-Experten lang. Er dokumentiert, wie wirksam die Sanktionen gegen Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un und sein Regime sind. Die Strafmaßnahmen im Finanzbereich und das Waffenhandelsembargo haben das Atomprogramm zwar nicht zum Erliegen gebracht, wohl aber deutlich verzögert, heißt es in dem Report, aus dem die Nachrichtenagentur Reuters zitiert. Dies gelte auch für die Entwicklung ballistischer Raketen. Das Dokument ist an den für Nordkorea-Sanktionen zuständigen Ausschuss des Sicherheitsrats adressiert.
Die Uno, die Europäische Union und die USA hatten ihre Sanktionen gegen Nordkorea wegen seines Atomprogramms in den vergangenen Wochen verstärkt, nachdem sich der Konflikt auf der koreanischen Halbinsel in den vergangenen Monaten dramatisch verschärft hatte. Nach Raketenstarts und einem Atomtest im Februar kappte Pjöngjang im April unter anderem alle Notfallverbindungen zum Süden, das Regime schloss die gemeinsam betriebene Sonderwirtschaftszone Kaesong. Zudem drohte das abgeschottete Land Seoul und Washington mit Atomangriffen. Vor kurzem gab es allerdings erste Anzeichen für eine Entspannung: Nordkorea zog die an die Ostküste verlegten Raketen wieder ab.
Die Experten betonen in ihrem Bericht aber, dass sich Nordkorea durch eine ganze Reihe von Aktionen der internationalen Gemeinschaft widersetzt. Dadurch habe das Regime in Pjöngjang Bedenken geschürt, was dessen Absichten angehe.
Nordkorea verfügt nach Einschätzung eines ranghohen Vertreters der US-Regierung derzeit jedoch noch nicht über einen Atomsprengkopf, der auf eine Trägerrakete montiert und abgeschossen werden könnte. "Ich glaube nicht, dass sie die Fähigkeit haben, den Atomsprengkopf zu verkleinern, auf die Spitze einer Rakete zu montieren und ein Ziel zu erreichen", sagte der US-Vertreter der Nachrichtenagentur AFP. Er wollte nicht namentlich genannt werden. "Ich glaube nicht, dass sie es alles zusammenkriegen."
Er widersprach damit einer kürzlich veröffentlichten Einschätzung des US-Militärgeheimdienstes. Im Februar hatte die Regierung in Pjöngjang mitgeteilt, einen "verkleinerten und leichteren" Sprengkopf bei einem Atomwaffentest eingesetzt zu haben. Zwei Monate zuvor hatte Nordkorea erfolgreich eine Rakete abgefeuert, die für den Transport von Atomwaffen geeignet sein dürfte.