Uno-Tribunal Serbe gesteht Massenmorde
Den Haag - Der bosnische Serbe gestand überraschend vor dem Uno-Tribunal in Den Haag, die bosnischen Muslime verfolgt und ermordet zu haben. Deronjic war 1992 oberster Zivilbeamte in der Gemeinde Glogova im Osten Bosniens. Er gab zu, aus politischen und rassistischen Gründen gezielt die muslimische Bevölkerung verfolgt zu haben.
In einer Vereinbarung zwischen der Anklage und der Verteidigung wurden daraufhin fünf weitere Anklagepunkte gegen ihn fallen gelassen. "Er war nicht physisch an den Morden beteiligt, aber er hat den Befehl zum Angriff gegeben. Er hätte voraussehen müssen, dass dabei unschuldige Bürger ums Leben kommen konnten", steht in der neuen Anklage. Deronjic habe befohlen, Glogova dem Erdboden gleich zu machen, heißt es.
Bei seiner ersten richterlichen Vorführung hatte Deronjic noch jede Schuld bestritten. Die Anklage fordert mindestens zehn Jahre Haft für den Angeklagten.