Urananreicherung Iran will über sein Atomprogramm verhandeln
Teheran - Noch in dieser Woche planen Deutschland, Frankreich und Großbritannien einen neuen diplomatischen Versuch, den Atomstreit mit Iran zu beenden. Für die Aufgabe der Urananreicherung sollen Teheran im Gegenzug bessere Wirtschaftsbeziehungen in Aussicht gestellt werden. Vergangene Woche hatte die EU erklärt, Iran zu einem Stopp seines Atomprogramms mit einem "Zuckerbrot-und-Peitsche-Paket" aus Anreizen und Drohungen zum Einlenken bringen zu wollen.
"Wenn sie über Details verhandeln wollen, zum Beispiel wie lange wir die Uran-Anreicherung aussetzen, dann kann man darüber reden", erklärte der Generalsekretär des Nationalen Sicherheitsrates, Hassan Rohani, heute im iranischen Staatsfernsehen. "Aber wenn es darum geht, Iran von der Ausübung seines Rechtes abzuhalten, ist es unseren Vertretern nicht einmal erlaubt, darüber mit irgendjemandem zu reden."
Iran reichert zurzeit kein Uran an, hat aber angekündigt, dies künftig zu tun, um in Atomkraftwerken Strom zu erzeugen. Vor allem die USA werfen dem islamischen Staat dagegen vor, unter dem Deckmatel der friedlichen Nutzung von Kernenergie nach Atomwaffen zu streben. Entsprechend skeptisch steht Washington der diplomatischen Offensive der EU gegenüber. Urananreicherung ist für die Herstellung von Kernbrennstäben erforderlich, wird aber auch für Atomwaffen benötigt.
Atomenergiebehörde droht mit Sicherheitsrat
Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) hat unterdessen gedroht, die Angelegenheit vor den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen zu bringen, sollte Iran nicht alle Aktivitäten zur Urananreicherung bis zum nächsten Treffen des IAEA-Direktoriums am 25. November gestoppt haben. Rohani bekräftigte jedoch, dass ein Stopp nur für kurze Zeit gelte: "Es ist für uns nicht hinnehmbar, dass uns jemand sagt, europäische Länder und die USA könnten über den gesamten Brennstoffzyklus und Atomkraftwerke verfügen, und Iran darf das nicht."