US-Antrittsbesuch: Brown mit Bush einig - DER SPIEGEL
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US-Antrittsbesuch Brown mit Bush einig

Für jedes Schulterklopfen mit Bush verschlechterten sich Tony Blairs Umfragewerte zu Hause: Erbt Premier Gordon Brown jetzt dessen unliebsames Image als braver "Pudel" der USA? In Camp David zeigte er sich jedenfalls in allen Punkten einig mit dem US-Präsidenten.
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Washington - Ein uneingeschränktes Bekenntnis zu den engen Beziehungen der beiden Länder haben Präsident George W. Bush und der britische Premierminister Gordon Brown bei dessen Antrittsbesuch in den USA abgelegt. In einer gemeinsamen Pressekonferenz bekräftigten beide Regierungschefs heute Abend wiederholt die enge Freundschaft der beiden Ländern.

Brown zeigte sich in Camp David in allen Punkten einer Meinung mit Bush: Das Ziel im Irak müsse eine schrittweise Übergabe der Kontrolle an die dortigen Behörden sein. Es gebe im Irak "Pflichten zu erfüllen und Verantwortungen einzuhalten", sagte Brown auf der Pressekonferenz.

Entscheidungen bezüglich des Militäreinsatzes im Irak werden sie nur entsprechend der Empfehlungen der dortigen Kommandeure treffen, erklärten die Regierungschefs einhellig. Brown äußerte sich damit ähnlich wie Bush es bereits mehrfach zu einem Abzug der Soldaten aus dem Irak getan hat. Dieser erklärte auf der Pressekonferenz nur wenige Minuten später, Entscheidungen zum Irak-Einsatz müssten "mit einer militärischen Empfehlung als wesentlichem Teil davon" getroffen werden. Der Einsatz werde vermutlich noch bis in die Amtszeit seines Nachfolgers reichen, der sein Amt im Januar 2009 antritt, deutete Bush an. Brown beschrieb er als einen "Mann mit Prinzipien", der wirklich etwas bewegen wolle.

Das Engagement der Briten im Irak ist von großer Bedeutung für die bilateralen Beziehungen zwischen den Ländern. Nach wie vor sind 5500 irakische Soldaten am Golf stationiert. "Unser Ziel ist es - genau wie das der Vereinigten Staaten - die Kontrolle Schritt für Schritt an die irakischen Autoritäten zu übergeben", sagte Brown.

Auch beim Kampf gegen den Terrorismus seien sich beide einig, erklärten die Regierungschefs. "Wir haben eine Verpflichtung dazu, für Freiheit und Gerechtigkeit in der Welt zu arbeiten", sagte Bush, um "unsere eigenen Völker gegen kaltblütige Mörder zu beschützen." Bush bekräftigte seine Moralvorstellungen zum "Krieg-gegen-den-Terror" und bezeichnete den Kampf gegen die "Ideologie des Dunkels" ("ideology of darkness") als gemeinsames Ziel. In engem Schulterschluss befürwortete auch Brown die Terrorismus-Abwehr, da der Terror als "Verbrechen gegen die Menschheit" betrachtet werden müsse.

Während sie den Rest ihrer Delegation zum Bowling entließen, hätten er und Brown für mehr als zwei Stunden unter vier Augen miteinander gesprochen und eine gemeinsame Basis gefunden, sagte der Präsident. Weitere Themen bei der Pressekonferenz war die strategische bilaterale Abstimmung der beiden Staaten bezüglich des Friedensprozesses im Nahen Osten ("Iran-Sanktionen"), der Vorgehensweise in der Krisenregion Darfur und der Maßnahmen gegen den Klimawandel.

Bei der Freundschaft zwischen Großbritannien und den USA gehe es "um weit mehr als um gemeinsame Interessen", hatte Brown in einem Beitrag für die heutige Ausgabe der "Washington Post" vorab angekündigt. "Unsere atlantische Partnerschaft beruht auf gemeinsamen Werten, die für zwei Jahrhunderte das Schicksal unserer beiden Länder verbunden haben," schrieb der britische Premier.

In dem Artikel stellt Brown den Kampf gegen den Terrorismus, in dem sich beide Länder als Verbündete an vorderster Front sehen, in die Tradition des gemeinsamen Kampfs im Zweiten Weltkrieg. "Im vergangenen Jahrhundert kämpften wir gemeinsam, um die Idee der Freiheit vor der Bedrohung durch den Totalitarismus zu retten, und in dieser Generation verteidigen wir gemeinsam die Werte der Freiheit gegen die Bedrohung durch den Terrorismus", schrieb der Premier.

bos/afp/Reuters