US-Geheimdienste Pentagon will eigene Spione
Washington - Die Defense Intelligence Agency (DIA) soll künftig Aufgaben der CIA im Bereich der militärischen Aufklärung übernehmen, berichtet die Zeitung "Los Angeles Times". Das US-Verteidigungsministerium halte die Leistungen der CIA vor allem in der ersten Phase des Afghanistan-Krieges nicht für ausreichend. Die Arbeit der CIA-Leute "entspreche nicht den Anforderungen des Militärs".
Nach Angaben der Zeitung wolle das Pentagon ein eigenes Team zusammenstellen. Die Spione sollen dann Informationen über Terrororganisationen und militärische Ziele sammeln. Die Mitarbeiter sollen - ebenso wie die Kollegen der CIA - verdeckt arbeiten und ein Netz von Informanten aufbauen, schreibt das Blatt unter Berufung auf Ministeriumskreise. Das Team solle dann mit der Zeit auf Hunderte von Agenten wachsen.
Aus dem Verteidigungsministerium hieß es, man sei in Afghanistan zu abhängig von der Arbeit der CIA gewesen. "Das Pentagon will seine eigenen Leute an den weltweiten Brennpunkten haben", wird Richard Haver zitiert, der Assistent von Verteidigungsminister Donald Rumsfeld. Haver ist überzeugt, dass die DIA-Spione im Gegensatz zu den Kollegen "intuitiv wissen, wonach zu suchen ist". Statt wirtschaftliche Entwicklungen oder die Qualität der Stahlproduktion zu erforschen, kümmere sich die DIA etwa darum, ob Brücken das Gewicht von Panzern aushalten, sagte er.
Die Chancen für eine Zustimmung des Kongresses zu den Plänen gelten als gut. Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 war die Arbeit der amerikanischen Geheimdienste ins Gerede gekommen. Der Pentagon-Geheimdienst DIA wurde 1961 gegründet und beschäftigt nach eigenen Angaben etwa 7000 zivile und militärische Mitarbeiter weltweit.