Nach Urteil US-Militär will Homo-Ehepartner gleichstellen
Regenbogenfahne vor dem Obersten Gerichtshof: Auch die Armee setzt das Urteil um
Foto: AP/dpaWashington - Auch das US-Militär will ein Urteil des Obersten Gerichtshofs von Ende Juni umsetzen: Er hatte die Rechte von verheirateten Schwulen und Lesben gestärkt und ihnen die gleichen Rechtsansprüche auf staatliche Leistungen wie heterosexuellen Ehepaaren eingeräumt.
Auch im US-Militär soll dies nun gelten: Gleichgeschlechtliche Ehepartner von Mitarbeitern des Militärs bekommen die gleichen Privilegien wie andere verheiratete Paare, dazu zählten Unterkunft oder Krankenversicherung, kündigte das Pentagon am Mittwoch an. Die Paare müssten dafür einen gültigen Trauschein vorweisen. Die neuen Leistungen sollen rückwirkend ab dem Datum der Gerichtsentscheidung und spätestens bis zum 3. September gewährt werden.
Die Änderung betrifft laut Pentagon rund 5600 aktive Soldatinnen und Soldaten sowie 17.000 Reservisten, Veteranen und Mitglieder der Nationalgarde sowie deren jeweilige Partner. Sie dürfen sich künftig auch auf dem berühmten Arlington-Friedhof außerhalb Washingtons beerdigen lassen, wo schon die Gebeine von 400.000 verstorbenen Soldaten ruhen.
"Das Ministerium behandelt nun alle verheirateten Mitarbeiter des Militärs gleich", sagte Verteidigungsminister Chuck Hagel in einer Mitteilung. Sein Vorgänger Leon Panetta hatte bereits einige der Regelungen des Pentagon gelockert. Bekennende Homosexuelle können seit knapp zwei Jahren offen im US-Militär dienen. US-Präsident Barack Obama hatte ein entsprechendes Verbot 2011 widerrufen.
Legal heiraten können Schwule und Lesben bislang in zwölf US-Staaten, der Hauptstadt Washington und bald wieder in Kalifornien. In 29 der 50 Bundesstaaten ist die gleichgeschlechtliche Ehe hingegen strikt verboten.