US-Offensive im Irak Mit "eiserner Faust" gegen al-Qaida
Bagdad - Unterstützt von Kampfhubschraubern riegelten die Truppen heute Vormittag das Dorf Sadah in der Provinz Anbar ab. Es liegt im Westirak an der Grenze zu Syrien. Die Operation "Eiserne Faust" richte sich gegen "einen bekannten Zufluchtsort der Terroristen", erklärten die US-Streitkräfte. Ziel sei es, die Terroristen zu vertreiben und ihre Logistik in dem Ort und in seiner Umgebung zu zerschlagen.
Kampfhubschrauber feuerten auf Ziele in Sadah, über dem Ort stieg Rauch auf, wie Augenzeugen erklärten. Ein Arzt im Krankenhaus der nahe gelegenen Stadt Kaim sagte, bei der Offensive seien bisher offenbar zwei Iraker verletzt worden. Der Fernsehsender CNN berichtete, ein Hubschrauber habe auf drei verdächtige Fahrzeuge geschossen. In zwei von ihnen hätten Selbstmordattentäter gesessen, im dritten seien Waffen transportiert worden. Sadah hat etwa 2000 Einwohner und liegt zwölf Kilometer von der syrischen Grenze entfernt. Die US-Truppen haben in den vergangenen Monaten immer wieder Hochburgen der islamistischen Terroristen in dem Gebiet angegriffen. Über Syrien sollen ausländische Kämpfer eingeschleust werden.
Unterdessen ließen die US-Streitkräfte heute erneut rund 500 irakische Häftlinge aus dem Gefängnis von Abu Ghureib frei. Damit wurden in der vergangenen Woche wie angekündigt mit Blick auf den beginnenden muslimischen Fastenmonat Ramadan mehr als 1000 Gefangene freigelassen. Ein US-Militärsprecher erklärte, es seien nur Häftlinge freigelassen worden, denen keine schwere Straftaten zur Last gelegt würden, die ihre Taten bereut und die zugesagt hätten, "gute Bürger eines demokratischen Iraks" zu werden.
Die Freilassung in Abu Ghuraib gelten gleichzeitig auch als Teil der Bemühungen der irakischen Regierung, eine möglichst hohe Beteiligung bei der Volksabstimmung über die neue Verfassung am 15. Oktober zu erreichen. Diese wird bislang insbesondere von vielen Sunniten abgelehnt. Bei vielen Häftlingen handelt es sich um Sunniten, die zum Teil seit Monaten ohne Anklage in Haft sind. Auch nach der Massenentlassung werden in Abu Ghraib noch immer 3000 Häftlinge festgehalten. Nach Informationen der US-Truppen sind weitere 6500 in Camp Bucca inhaftiert, 1900 in zwei weiteren US-Einrichtungen im Irak.
In Bagdad wurde unterdessen ein amerikanischer Soldat bei der Explosion einer Bombe getötet. Die US-Streitkräfte erklärten, der Soldat sei am Samstagmorgen auf einer Patrouille gewesen. Weitere Einzelheiten wurden nicht mitgeteilt. Damit stieg die Zahl der getöteten US-Soldaten seit Beginn des Krieges im März 2003 nach einer Zählung der Nachrichtenagentur AP auf mindestens 1.934.
Erstmals ist bei einer Bombenexplosion im südlichen Irak auch ein dänischer Soldat ums Leben gekommen. Wie der Heeresstab in Kopenhagen mitteilte, wurden zwei Soldaten aus dem skandinavischen Land schwer verletzt. Nach ersten Angaben der irakischen Polizei explodierte die Bombe am Straßenrand nahe der Stadt Al Harta. Unter den etwa 500 dänischen im südlichen Teil des Irak stationierten Soldaten gab es damit zum ersten Mal einen Todesfall.