Twitter-Gewitter Trump droht mit Einstellung der Hilfen für Pakistan
US-Präsident Donald Trump
Foto: Nicholas Kamm / AFPIn seiner ersten Twitter-Botschaft des neuen Jahres hat US-Präsident Donald Trump Pakistan ins Visier genommen: Er warf dem Land am Montag vor, "Terroristen" Zuflucht zu gewähren und drohte, US-Hilfen für Islamabad einzustellen. "Die Vereinigten Staaten haben Pakistan törichterweise mehr als 33 Milliarden Dollar an Hilfen im Laufe der vergangenen 15 Jahre gegeben", schrieb der Präsident.
Pakistan habe den USA seinerseits "nichts als Lügen und Betrug" geboten und sie für dumm gehalten, kritisierte Trump weiter. "Sie gewähren den Terroristen Zuflucht, die wir in Afghanistan jagen. Das ist vorbei!", drohte er.
The United States has foolishly given Pakistan more than 33 billion dollars in aid over the last 15 years, and they have given us nothing but lies & deceit, thinking of our leaders as fools. They give safe haven to the terrorists we hunt in Afghanistan, with little help. No more!
— Donald J. Trump (@realDonaldTrump) January 1, 2018
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Es war zunächst unklar, was die Kritik von Trump ausgelöst hatte. Die "New York Times" hatte am Freitag berichtet, dass Trump erwäge, 255 Millionen Dollar nicht an Pakistan auszuzahlen. Hintergrund solle sein, dass Pakistan den USA den Zugang zu einem Inhaftierten mit Taliban-Verbindungen verweigere, der möglicherweise Informationen zu einer amerikanischen Geisel in der Region liefern könnte. Bereits im Dezember hatte Trump gedroht, die Zahlungen an Pakistan einzustellen.
Seit Trumps Amtsantritt vor etwa einem Jahr haben sich die ohnehin schwierigen Beziehungen zwischen Washington und Islamabad weiter verschlechtert. Auch Trumps Vorgänger Barack Obama hatte die Haltung Pakistans gegenüber den radikalislamischen Taliban kritisiert, die Washington seit Ende 2001 in Afghanistan bekämpft. Die Situation ist besonders heikel, weil Pakistan eine Atommacht ist und seine Partner fürchten, sein Arsenal könne in die falschen Hände geraten.
Pakistan argumentiert, dass es zahlreiche Militäroperationen gestartet habe, um militante Gruppen zu vertreiben. Dabei und bei Anschlägen seien seit 2001 rund 17.000 Pakistaner getötet worden.