US-Präsidentschaftswahl Ex-General Clark will Bush herausfordern
Washington - Der US-Nachrichtensender berichtet, Clark habe Freunden mitgeteilt, er kämpfe um die Nominierung der Demokraten. Eine offizielle Erklärung sei für diesen Mittwoch in seiner Heimatstadt Little Rock im US-Staat Arkansas geplant.
Auch der demokratische US-Senator John Edwards hat seine Bewerbung um die Präsidentschaftskandidatur seiner Partei angekündigt. Edwards ist damit der zehnte Kandidat aus den Reihen der oppositionellen Demokraten. Der Senator aus North Carolina gelangte als Strafverteidiger zu Reichtum und ging vor fünf Jahren in die Politik. Um seine Herkunft aus Arbeiterkreisen zu unterstreichen, kündigte er seine Bewerbung in einer Textilfabrik in der Stadt Robbins an, in der sein Vater 36 Jahre lang arbeitete.
Clark wäre damit der elfte demokratische Präsidentschaftsbewerber, der es mit George W. Bush aufnehmen will. Nach Umfragen liegt bisher der frühere Gouverneur von Vermont, Howard Dean, im demokratischen Feld leicht in Führung. Die Präsidentschaftswahl findet im November 2004 statt.
Bereits seit Monaten hatte sich angedeutet, dass der dekorierte Vietnam-Veteran, der den Nato-Einsatz in Jugoslawien 1999 geleitet hatte, in die Politik wechseln will. So hatte der 58-Jährige auf Reisen in verschiedene Staaten seine Chancen sondiert und nach Medienberichten Kontakt zu möglichen Wahlkampfmanagern aufgenommen.
Viele Experten bezweifel, dass Dean seine Führung halten wird. Somit gilt das Rennen als offen. Bei jüngsten Umfragen konnte ein Großteil der Amerikaner nur einige wenige der demokratischen Bewerber namentlich benennen.
Zu den Anwärtern auf eine Kandidatur gehören neben Dean auch Senator John Kerry, der Führer der demokratischen Minderheit im Abgeordnetenhaus, Richard Gephardt, und Senator John Lieberman, der bei der Präsidentschaftswahl 2000 als "Vize" an der Seite von Al Gore angetreten war.
Clark war während des Irak-Krieges fast täglich als Militäranalytiker bei CNN auf dem Bildschirm zu sehen. Sein Vorwurf, Präsident George W. Bush sei in den Krieg geeilt, obwohl es keine unmittelbare irakische Bedrohung gegeben habe, hatte bei den Republikanern großen Unmut ausgelöst. Der republikanische Mehrheitsführer im Repräsentantenhaus, Tom DeLay, hatte ihn als "gefönten Napoleon" bezeichnet.