Kampf gegen Islamisten US-Raketenangriff auf Extremistenführer in Somalia
Barawe - Die US-Streitkräfte haben eine Rakete auf ein Ziel der Schabab-Miliz in Somalia abgefeuert. Dabei sollte offenbar ein radikalislamischer Anführer getötet werden. Wie ein hoher US-Beamter dem Nachrichtensender CNN erklärte, habe die Zielperson enge Verbindungen zum Terrornetzwerk al-Qaida. Ob der Mann getötet worden sei, konnte der Beamte nicht sagen. Seit mehr als zwei Jahrzehnten kämpft die Miliz gegen die Zentralregierung.
Im Januar war bekannt geworden, dass die USA erstmalig seit mehr als 20 Jahren wieder Soldaten in Somalia stationiert haben. In den vergangenen Monaten seien einige Militärberater in das ostafrikanische Land geschickt worden, hatte der Sprecher des Afrika-Kommandos der US-Armee, Tom Davis, mitgeteilt. Die "Koordinierungszelle" habe die Aufgabe, die Soldaten der Afrikanischen Union in Somalia (Amisom) und die somalischen Sicherheitskräfte zu beraten.
Es handelt sich um die erste Stationierung von US-Soldaten in Somalia seit 1993, als in der Hauptstadt Mogadischu zwei "Blackhawk"-Helikopter abgeschossen und 18 US-Soldaten getötet wurden. Seit dem Sturz von Machthaber Siad Barre im Jahr 1991 herrscht in Somalia ein blutiger Bürgerkrieg. Eine im gesamten Land funktionierende Staatsgewalt gibt es nicht.
Die Schabab-Miliz kontrollierte über Jahre weite Teile im Zentrum und Süden Somalias. Die somalische Armee und ihre internationalen Unterstützer konnten sie zuletzt aber aus den meisten größeren Städten des Landes zurückdrängen. Allerdings verübt die mit dem Terrornetzwerk al-Qaida verbundene Gruppe weiterhin regelmäßig blutige Anschläge auf Behörden und Sicherheitskräfte, im September wurde ein Einkaufszentrum in der kenianischen Hauptstadt Nairobi zum Ziel.